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Chefdiskussion um Deutsche Bank geht weiter

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Deutsche Bank in Frankfurt
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Das Deutsche-Bank-Hochhaus im Westend von Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert Foto: dpa

Die Deutsche Bank schweigt. Und doch ist die Debatte um den Chef des Geldhauses das Thema der deutschen Wirtschaft. Dabei hätte das Management des Instituts eigentlich Wichtigeres zu tun.


Frankfurt (dpa) - Die Diskussion um die Führung der verlustreichen Deutschen Bank hält an. Heute äußerte sich die Berliner Politik zu dem Thema.

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Dagegen herrschte bei der Deutschen Bank selbst weiter Schweigen: Weder Konzernsprecher, noch Topmanager kommentierten öffentlich die Medienberichte vom Vortag, wonach Aufsichtsratschef Paul Achleitner einen Nachfolger für den zuletzt glücklos agierenden Bankchef John Cryan sucht.

Der SPD-Wirtschaftspolitiker Bernd Westphal bezeichnete die Situation bei dem Institut als »alles andere als positiv«. Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: »Das Management der Deutschen Bank muss seinen Job machen, für den es bezahlt wird. Wer 2,3 Milliarden Euro Boni ausschüttet, muss auch liefern.«

Vorstand und Aufsichtsrat sollten eine bessere Performance abgeben, sagte Westphal. »Ungeklärte Personalfragen erfordern smartes Management und Professionalität. Das kann die Politik von so einem bedeutenden Unternehmen wie der Deutschen Bank erwarten.«

Die Deutsche Bank hat drei Jahre hintereinander Verluste geschrieben. Zwar hat Bankchef Cryan einen Teil der problematischen Themen inzwischen abgearbeitet, allen voran gefährliche Rechtsstreitigkeiten. Jedoch ist es ihm bislang nicht gelungen, das einst so gewinnträchtige Kapitalmarktgeschäft der Deutschen Bank auf Vordermann zu bringen. Vor einer Woche schockte der Vorstand die Anleger sogar mit der Nachricht über deutlichen Gegenwind in der Sparte. Die Aktie brach ein.

Am Dienstag berichtete die britische Zeitung »The Times«, Aufsichtsratschef Achleitner sei auf der Suche nach einem Nachfolger für Cryan und habe bereits Kandidaten angesprochen. Andere Medien erfuhren ähnliches. Cryans Vertrag läuft regulär bis 2020; zuletzt hatte er angedeutet, weitermachen zu wollen.

Die Führungsdebatte kommt aus Sicht des Bankenexperten Hans-Peter Burghof zur Unzeit. »Die Sanierung ist noch nicht abgeschlossen«, sagte Burghof der Deutschen Presse-Agentur. »Ein möglicher Nachfolger von Vorstandschef John Cryan müsste eigentlich die Mitarbeiter motivieren und ihnen eine Perspektive bieten. Doch dazu sind im Moment noch zu viele Baustellen offen.« Gerade erst hat Cryan die Fondstochter DWS an die Börse gebracht; die Integration der Tochter Postbank läuft auf Hochtouren.

Burghof schließt nicht aus, dass interne Konflikte der Bank nach außen getragen wurden, um bestimmte Ziele zu erreichen. »Die Deutsche Bank hat offenkundig Probleme mit der Loyalität einiger Mitarbeiter«, sagte der Experte von der Universität Hohenheim.

Schon seit längerem wird ein Zerwürfnis von Aufsichtsratschef Achleitner und Bankchef Cryan kolportiert. Beobachter verweisen allerdings darauf, dass durch einen Abgang von Cryan auch Achleitner selbst beschädigt werden könnte: Achleitner hatte den als Sanierer geschätzten ehemaligen UBS-Finanzchef Cryan selbst zur Deutschen Bank geholt.

Die Unsicherheit über die Entwicklung bei der Deutschen Bank spiegelt sich auch im Aktienkurs wider: Allein seit Jahresbeginn hat das Papier nun schon 30 Prozent an Wert verloren. Am Mittwoch ging es ebenfalls abwärts.