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Börse hat US-Berichtssaison und Fed-Politik im Blick

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Ben Bernanke
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Am Mittwoch veröffentlicht die Fed ihr Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses. Foto: Michael Reynolds Foto: dpa

Frankfurt/Main (dpa) - Der Arbeitsmarktbericht der USA für Juni dürfte eine wichtige Frage für die neue Börsenwoche vorgeben: Wie reagiert die US-Notenbank Fed?


Gibt es eine Drosselung der Anleihekäufe bereits im September oder Oktober, wie von vielen Marktbeobachtern vermutet? Spannend dürfte es Mittwoch werden, wenn die Fed ihr Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses (Fed Minutes) veröffentlicht und ihr Chef Ben Bernanke vor dem National Bureau of Economic Research spricht.

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Experten werteten die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt, auf dem im Juni deutlich mehr Stellen geschaffen wurden, als klares Indiz für eine baldige Drosselung der ultralockeren Geldpolitik der Fed: «Die Zahlen sind erfreulich und untermauern die Erwartungen, dass sich die US-Notenbank im Verlauf des Herbstes von den Anleihekäufen zurückzieht», schrieb etwa Analyst Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

Der Dax hatte negativ auf den Bericht reagiert. Der Index schloss am Freitag mit einem Abschlag von 2,36 Prozent auf 7806,00 Punkte. Damit verlor der Dax auf Wochensicht knapp zwei Prozent.

Diese Tendenz könnte sich nach Ansicht von Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp auch in den nächsten Wochen fortsetzen. Der Experte sieht den Index in einer Konsolidierungsphase, die erst im September oder Oktober enden dürfte.

«Der Mix aus einer noch immer freundlichen Zinspolitik und einer moderat wachsenden US-Wirtschaft bleibt bestehen, dies ist ein ordentliches Umfeld für die Aktienmärkte», umreißt indes Daniel Saurenz von Feingold Research die aktuelle Situation. Entscheidend sei nun ein guter Auftakt in die neue US-Quartalssaison. Diese wird am Montag traditionell vom Aluminiumkonzern Alcoa eingeläutet.

Markus Rheinwand von der Helaba rechnet jedoch nicht damit, dass sich die Wachstums- und Gewinnperspektiven der Unternehmen kurzfristig so stark verbessern, dass sie den nachlassenden geldpolitischen Rückenwind der Fed mehr als ausgleichen können.

Die Deutschland-Agenda bleibt in der kommenden Woche auf Unternehmensseite überschaubar. Am Dienstag legt Lufthansa die Verkehrszahlen für Juni vor, ebenso Fraport am Mittwoch. Quartalsbilanzen kommen von CropEnergies, Gerresheimer und Südzucker.

Wichtige Konjunkturdaten aus Deutschland stehen unter anderem am Montag mit der Industrieproduktion an. Außerdem werden an diesem Tag in Brüssel die EU-Finanzminister über die Lage in den Krisenstaaten beratschlagen. Nach den Fed Minutes am Mittwoch zeichnet sich mit dem EZB-Monatsbericht und dem Zinsentscheid in Japan ebenfalls ein konjunkturpolitisch spannender Tag ab. Den Wochenabschluss bilden dann am Freitag US-Frühindikatoren.