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Bernanke schließt 2013 «schwache Rezession» nicht aus

Washington (dpa) - Zentralbankchef Ben Bernanke rechnet mit einem weiteren Abschwächen der US-Konjunktur in den nächsten Monaten. Zugleich sieht er erhebliche Gefahren für das Wachstum durch anstehende Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen 2013.

Fed-Chef Bernanke
Fed-Chef Bernanke zeichnet ein düsteres Bild der US-Konjunktur. Das ist schlecht für die Weltkonjunktur - und ein Schlag ins Gesicht für Präsident Obama. Foto: Jim Lo Scalzo Foto: dpa

Dies könnte Anfang nächsten Jahres gar zu einer «schwachen Rezession» führen, sagte Bernanke in seinem Halbjahresbericht vor dem Bankenausschuss im US-Senat. Eindringlich warnte er vor Risiken der Eurokrise für die amerikanische und die weltweite Konjunktur. «Die Möglichkeit, dass sich die Situation in Europa weiter verschlechtert, bleibt eine entscheidende Gefahr für die Aussichten», sagte er am Dienstag.

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Zugleich machte der Fed-Chef klar, dass die Zentralbank bereitstehe, um die Konjunktur mit weiteren Maßnahmen zu stützen. Allerdings nannte er keine konkreten Schritte. Die historisch niedrigen Leitzinsen sollten zumindest bis Ende 2014 beibehalten werden.

Mit einem Wachstum von lediglich zwei Prozent habe die US-Konjunktur im ersten Halbjahr 2012 deutlich an Tempo verloren. Noch im zweiten Halbjahr 2011 habe das Plus bei 2,5 Prozent gelegen. Für das zweite Halbjahr 2012 müsse «mit einem noch geringeren Anstieg» gerechnet werden, sagte Bernanke, ohne sich jedoch auf eine genauere Prognose festzulegen.

Der Fed-Chef verwies auf jüngste Schätzungen, nach denen das Wachstum in diesem Jahr zwischen 1,9 und 2,4 Prozent, im nächsten Jahr zwischen 2,2 und 2,8 Prozent liegen könnte. Allerdings unterstrich er ausdrücklich die fiskalischen Risiken («fiscal cliff») durch auslaufende Steuerentlastungen und Sparmaßnahmen im Staatshaushalt 2013.

Falls alle anstehenden Maßnahmen im nächsten Jahr tatsächlich umgesetzt würden, schloss er einen Rückfall in eine leichte Rezession Anfang 2013 nicht aus. Dies könnte auch bedeuten, dass im kommenden Jahr 1,25 Millionen weniger Jobs als erwartet geschaffen würden. Die Lage auf dem Jobmarkt nannte Bernanke frustrierend. Er erwarte, dass die Arbeitslosenrate noch bis Ende 2014 bei sieben Prozent oder gar darüber liegen dürfte - derzeit sind 8,2 Prozent der Amerikaner ohne Job.

Das düstere Bild Bernankes ist zugleich ein schwerer Rückschlag für Präsident Barack Obama, der im November um seine Wiederwahl fürchten muss. Konjunktur und Arbeitslosigkeit sind Hauptthemen des Wahlkampfes.

Bernanke nannte zwei Hauptgefahren für die US-Konjunktur: «Die erste ist die Bankenkrise in der Euro-Zone, die zweite ist die Haushaltssituation in den USA.» Ausdrücklich nannte er die Krise in Griechenland, die Lage spanischen Banken und die allgemeine Situation im europäischen Bankensektor.