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Berggruen will Karstadt-Premiumhäuser nicht verkaufen

Essen (dpa) - Nach der Ankündigung eines massiven Jobabbaus sorgt bei Karstadt ein Bericht über Verkaufspläne für neue Unruhe.

Nicolas Berggruen
Nicolas Berggruen dementiert, dass Teile des Karstadt Geschäfts verkauft werden sollen. Foto: dpa/Archiv Foto: dpa

Ein «Spiegel»-Bericht, wonach sich die Warenhauskette von ihren Premium-Filialen wie dem KaDeWe in Berlin und dem Alsterhaus in Hamburg trennen will, wurde jedoch am Montag im Namen von Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen zurückgewiesen. «Nicolas Berggruen ist ein langfristig orientierter Investor und dementiert entschieden, dass Teile des Karstadt Geschäfts verkauft werden sollen», heißt es in einer in Essen verbreiteten Stellungnahme des Chefs der Berggruen Holdings, Jared Bluestein.

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Bluestein ist auch Aufsichtsratschef von Karstadt. Berggruen, der die Handelskette aus der Insolvenz heraus übernommen hatte, unterstütze die Strategie des Karstadt-Vorstandschefs Andrew Jennings ohne Einschränkungen, heißt es in der Mitteilung.

Der «Spiegel» hatte zuvor von persönlichen Verhandlungen von Bluestein mit der Qatar Holding und dem kanadischen Familienunternehmen George Weston Limited über einen möglichen Verkauf der sogenannten Premiumhäuser berichtet.

Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi zeigte sich erleichtert über das Dementi. «Wir haben auch keine Hinweise darauf», sagte sie. Alle warteten nun jedoch darauf, dass Berggruen Bereitschaft zeige, die notwendigen Investitionen für die Warenhauskette zu übernehmen.

Karstadt hatte Mitte Juli den Abbau von 2000 Arbeitsplätzen angekündigt. Ende August läuft der Sanierungstarifvertrag aus. Die Einschnitte begründete Karstadt-Chef Andrew Jennings mit dem Konzernumbau und einem schwierigen Geschäftsumfeld wegen der Euro-Krise. Die Zahl der Karstadt-Filialen soll aber unverändert bleiben.

Verkaufspläne auch für die Premiumhäuser hatte die Unternehmensspitze stets dementiert. Unter der Regie von Jennings war Karstadt in die drei eigenständigen Bereiche Premiumhäuser, Warenhäuser und Sporthäuser aufgeteilt worden. Damals hatte das Unternehmen versichert, alle drei Geschäftsbereiche langfristig und systematisch weiterentwickeln zu wollen.