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Behörden: Test bei Westfleisch in Coesfeld erfolgreich

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Westfleisch
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Der Fleischverarbeiter Westfleisch darf seine Produktion stufenweise wieder hochfahren. Foto: Guido Kirchner/dpa Foto: dpa

Mehr als eine Woche lang war das Werk von Westfleisch in Coesfeld wegen eines Corona-Ausbruchs geschlossen. Nun gab es einen ersten Testdurchlauf - noch ohne Tiere.


Münster/Coesfeld (dpa) - Nach einer mehr als einwöchigen Zwangspause wegen zahlreicher Corona-Infektionen hat die Firma Westfleisch den Testbetrieb in ihrem Werk in Coesfeld (NRW) erfolgreich gestartet.

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In einem ersten Schritt waren dabei im Laufe des Tages, begleitet von den Überwachungsbehörden, die einzelnen Produktionsschritte noch ohne Tiere getestet worden, wie ein Sprecher des Unternehmens mit Sitz in Münster der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Stadt Coesfeld bescheinigte dem Unternehmen am Nachmittag einen erfolgreichen Test.

Alle Beteiligten, darunter Vertreter des Kreisgesundheitsamtes, des Veterinäramtes, des Amtes für Arbeitsschutz und des städtischen Ordnungsamtes seien zufrieden, hieß es in einer Stellungnahme der Stadt. »Heute ging es nur darum, die hygienischen Anforderungen und die einzelnen Betriebsabläufe mit der Belegschaft Schritt für Schritt durchzugehen und dort, wo das noch verbessert werden kann, Optimierungen einzubauen«, sagte Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann laut Mitteilung.

Nun sollen die ersten 1500 Schweine am Mittwoch in einer zweiten Testphase geschlachtet werden. Auch dieser Prozess findet noch unter Aufsicht statt. Stufenweise kann Westfleisch anschließend die Produktion hochfahren.

Der Kreis Coesfeld hatte das Werk vor eineinhalb Wochen vorübergehend geschlossen, nachdem sich zahlreiche Werksarbeiter mit dem Coronavirus infiziert hatten. Stand Montagabend lagen 279 positive Tests bei rund 1200 Mitarbeitern vor. Als Reaktion hatte das Land NRW die Überprüfung aller Mitarbeiter in der Branche auf das Corona-Virus angeordnet.

Das wegen Corona-Infektionen eigentlich gesperrte Fleischunternehmen Westcrown in Dissen bei Osnabrück hat derweil am Dienstag den Notbetrieb aufgenommen. Die gemeinsame Tochterfirma von Westfleisch und Danish Crown habe entsprechende Hygieneauflagen erfüllt und dürfe nun bis zu drei Tage lang noch vorhandene Fleischvorräte abarbeiten, sagte ein Sprecher des Kreises Osnabrück. Nach Angaben von Westfleisch soll der Notbetrieb voraussichtlich bis Mittwochabend dauern. Die Arbeit in dem Zerlegebetrieb war eingestellt worden, weil bei einer Reihenuntersuchung bei 92 von 278 getesteten Beschäftigten Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt wurden.

Mit dem Notbetrieb soll das Unternehmen die noch gelagerten Schweinehälften sowie Fleischmengen, die sich aus ganz Europa in der Anlieferung befinden, verarbeiten können. Damit soll die Vernichtung von Fleisch verhindert werden. Für die Arbeiten werden negativ getestete Beschäftigte eingesetzt. Nach dem Notbetrieb wird Westcrown aber für zwei Wochen geschlossen.

Nach Ansicht von NRW-Unternehmerpräsident Arndt G. Kirchhoff sollten Werksverträge in Unternehmen nicht von vorneherein verurteilt werden. »Unser System lebt auch von Werkverträgen, etwa beim Bau oder im Handwerk«, sagte er am Dienstag in Düsseldorf. Man dürfe da »nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen«. Klar sei aber, dass auch in der Fleischindustrie »nach ordentlichen Maßstäben« gearbeitet werden müsse. Auch andere Unternehmen und Branchen hätten die Hygiene-Vorschriften in der Corona-Krise längst umgesetzt. »Das erwarte ich in der Fleischindustrie erst recht, das sind ja Lebensmittel.« Werkverträge sollten aber nicht generell in Frage gestellt werden.

Presse Stadt Coesfeld