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Annington will nun doch an die Börse: Aktien billiger

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Deutsche Annington
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Die Deutsche Annington hatte eigentlich am 3. Juli den Börsengang geplant, dann aber kurz vorher abgesagt. Foto: Caroline Seidel Foto: dpa

Bochum(dpa) - Die Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington nimmt ihre erst vergangene Woche auf Eis gelegten Börsenpläne wieder auf.


Das Unternehmen kündigte am Dienstag in Bochum eine reduzierte Preisspanne für seine Aktien an. Der in letzter Minute abgesagte Gang aufs Parkett soll damit noch gelingen.

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Er wird allerdings deutlich weniger einbringen als zunächst geplant. Schon am Donnerstag ist die Erstnotiz des Papiers geplant.

Beim zweiten Anlauf aufs Parkett wählt die Gesellschaft die Hintertür: Die Aktien werden nur noch großen Investoren angeboten, Kleinanleger gehen leer aus. Bis zu 15,5 Prozent der Aktien sollen sich anschließend im Streubesitz befinden.

Ursprünglich wollten die Finanzinvestoren Terra Firma und CPI Capital Partners Europe bis zu 25 Prozent der Aktien an die Börse bringen.

Der Börsengang soll jetzt noch maximal knapp die Hälfte der ursprünglich angepeilten rund 1,2 Milliarden Euro einbringen. Bis zu knapp 35 Millionen Aktien wollen die beteiligten Investmentbanken zum Preis von 16,50 bis 17 Euro verkaufen.

Bei dem abgeblasenen ersten Anlauf sollten die Aktien noch zum Preis zwischen 18 bis 21 Euro abgegeben werden. Doch es fanden sich nicht genügend Investoren, so dass das Unternehmen in der Nacht vor der geplanten Erstnotiz am 3. Juli die Notbremse zog.

Der Erlös des Börsengangs soll wie geplant zum Schuldenabbau eingesetzt werden. «Wir freuen uns, dass wir den geplanten Börsengang der Deutschen Annington heute fortsetzen können», sagte Vorstandschef Rolf Buch. Die Deutsche Annington besitzt bundesweit rund 180 000 Wohnungen.

Der Vorsitzende des Deutsche Mieterbunds NRW, Bernhard von Grünberg, warnte vor überzogenen Gewinnerwartungen und wies auf einen «jahrelangen Investitionsstau» in vielen Wohnungen hin. «Wer die Aktie kauft, muss wissen, das sind Wohnungen, die einen hohen Instandhaltungsbedarf haben», sagte er. Wichtiger als ein Börsengang seien Investitionen in die Immobilien.

Mit ihrem Zickzackkurs an die Börse folgt die Deutsche Annington anderen prominenten Beispielen. So hatte der Versicherer Talanx im Herbst 2012 seine Börsenpläne zunächst ebenfalls kurzfristig abgesagt, um sie später wieder aufzunehmen und durchzuziehen.

Der Chemiekonzern Evonik wiederum scheute in diesem Frühjahr nach mehreren Absagen eine Platzierung unter Privatanlegern und verkaufte seine Aktien zunächst nur an große Investoren.