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Allianz hebt Gewinnprognose an

München (dpa) - Europas größter Versicherer Allianz hat seine Jahresprognose nach einem starken dritten Quartal kräftig erhöht. Das operative Ergebnis dürfte von 7,9 Milliarden auf mehr als 9 Milliarden Euro steigen, teilte die Allianz in der Nacht zum Dienstag mit - just als der Hurrikan «Sandy» über die Ostküste der USA hereinbrach.

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Der Wirbelsturm «Sandy» bricht gerade über New York herein, da stellt der Versicherer Allianz fest, dass seine Geschäfte viel besser laufen als erwartet. Für die Börse eine dicke Überraschung. Foto: Peter Kneffel Foto: dpa

Gut 9 Milliarden Euro wären das zweitbeste Ergebnis seit dem Rekordgewinn von 2007, dem letzten Jahr vor der Finanzkrise. Bislang hatte Allianz-Chef Michael Diekmann für das laufende Jahr ein Ergebnis von 7,7 bis 8,7 Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

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Der Kurs der Allianz-Aktie legte nach der Erhöhung der Prognose um über zwei Prozent zu. «Das ist eine schöne positive Überraschung und sollte die Aktien ungeachtet der Sorgen um Schäden durch den Hurrikan "Sandy" antreiben», sagte ein Börsianer.

Im dritten Quartal erzielte die Allianz ein operatives Ergebnis von 2,5 Milliarden Euro. Vor allem das Fondsgeschäft, aber auch die Schadens- und Lebensversicherung hätten die Erwartungen übertroffen. Der Quartalsüberschuss stieg auf 1,4 Milliarden Euro.

Der Jahresüberschuss werde allerdings nicht so stark wachsen wie das operative Ergebnis, betonte die Allianz. Ein Teil des Geldes werde für die Verringerung von Investmentrisiken und für die bereits laufenden Restrukturierungsmaßnahmen gebraucht. Damit bremst das Unternehmen Hoffnungen der Aktionäre auf eine höhere Dividende. Diekmann hatte bereits früher gesagt, die Allianz wolle das Dividendenniveau bei 4,50 Euro halten. Im vergangenen Jahr hatten Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und Aktien den Allianz-Überschuss auf 1,8 Milliarden Euro halbiert.

Der Wirbelsturm «Sandy» hatte Versicherungsaktien in den vergangenen Tagen gedrückt. Der volkswirtschaftliche Schaden könnte bis zu 20 Milliarden Dollar erreichen, davon könnten Versicherungen 5 bis 10 Milliarden zu tragen haben, schätzte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat. Die Allianz ist in den USA bei Industrieversicherungen, privaten Schadenversicherungen und als Rückversicherer engagiert. Eine Allianz-Sprecherin sagte am Dienstag, für Aussagen über Schadenshöhen sei es noch viel zu früh.

Am 9. November will die Allianz ihr Quartalsergebnis im Detail vorstellen. Dann werden auch erste Angaben zu den Hurrikan-Schäden erwartet.