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Airbus punktet mit Jet-Neuauflagen

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Airbus und Boeing
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Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough sind Airbus und Boeing die Stars. Es werden Milliarden-Abschlüsse erwartet. Foto: Patrick Pleul/Archiv Foto: dpa

Farnborough (dpa) - Während draußen Kampf- und Passagierflieger ihre Kreise ziehen, verkünden Manager drinnen Milliarden-Geschäfte: Zum Auftakt der Luftfahrtmesse im südenglischen Farnborough hat Airbus im Rennen mit Dauer-Rivale Boeing um Großaufträge die Nase vorn.


Der europäische Flugzeugbauer verkündete am Montag Aufträge und Vorverträge für 155 Maschinen für 21,3 Milliarden Dollar, der US-Konkurrent Boeing kam auf lediglich rund 6 Milliarden Dollar Gesamtwert für 51 Jets. Beide stellten Ideen vor, die den Geldbeutel der Fluggesellschaften schonen sollen.

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Airbus machte seine Geschäfte mit Neuauflagen bereits bekannter Modelle. Für den am Montag vorgestellten Langstreckenjet A330neo, die spritsparende Neuauflage des zwei Jahrzehnte alten A330, unterschrieb der Flugzeugfinanzierer Air Lease Corporation (ALC) am Montag den ersten Vorvertrag. Er will 25 Exemplare im Gesamtwert von 6,9 Milliarden Dollar kaufen.

Die seit Ende 2010 sehr erfolgreiche A320neo, ebenfalls eine effizientere Version ihrer Vorgängerin, ist ein Renner und verkaufte sich schon mehr als 2800 mal. Nun kommen weitere Aufträge dazu: Der Flugzeugfinanzierer AerCap bestellte 50 Jets der Modellfamilie, Konkurrent ALC unterzeichnete einen Vorvertrag für 60 Exemplare. Die British-Airways-Mutter IAG orderte 20 A320neo.

Boeing setzt vorerst auf seine bereits bekannten Mittelstreckenjets, will aber mehr Passagiere darin unterbringen - auf Kosten der Beinfreiheit. Damit kommen die Amerikaner vor allem den Wünschen von Billigfliegern wir Ryanair entgegen. Je mehr Passagiere auf gleichem Raum fliegen, desto günstiger können die Airlines die Tickets anbieten, so die Überlegung. In der modernisierten Auflage 737-MAX-8 sollen künftig 200 Menschen Platz haben, 11 mehr als in der normalen Version.

Auf der einwöchigen Messe südwestlich von London liefern sich die Platzhirsche Boeing und Airbus traditionell ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei Aufträgen und Innovationen. Unter den rund 1500 Ausstellern aus aller Welt sind aber auch kleine Flugzeugbauer wie Bombardier und Embraer sowie Zulieferer und Fluggesellschaften vertreten. Sie zeigen neue Entwicklungen, von Materialien bis zur Unterhaltungselektronik an Bord.

Der kanadische Flugzeug- und Zughersteller Bombardier erklärte, Interessenbekundungen für 24 Maschinen erhalten und einen Auftrag über zwei seiner neuen CSeries-Jets festgezurrt zu haben. Der brasilianische Flugzeugbauer Embraer bekam von der US-Regionalfluggesellschaft Trans States Airlines einen Auftrag über 50 Regionaljets vom Typ E175-E2. Wichtig ist die Messe, die sich jährlich mit der Pariser Luftfahrtmesse abwechselt, auch für Militärexperten und Rüstungsunternehmen.

Die ersten vier Tage in Farnborough sind Fachbesuchern vorbehalten, am Freitag beginnen die Publikumstage. Zu sehen gibt es Kampf- und Passagierflugzeuge, Hubschrauber und Drohnen - am Boden und in der Luft. Vor zwei Jahren kamen über die sieben Tage mehr als 200 000 Gäste.

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