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Washington: Tödliches Ende nach wilder Verfolgungsjagd

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Zusammenstoß
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Die wilde Verfolgungsjagd nimmt ein Ende, ehe sie mit einem Polizeiauto zusammenstößt. Foto: Shawn Thew Foto: dpa
FBI-Agenten
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Neben dem Secret Service und der Washingtoner Polizei waren auch FBI-Agenten im Einsatz. Foto: Michael Reynolds Foto: dpa
Kongressgebäude
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Die Straßen rund um das Kongressgebäude wurden abgesperrt, Politiker und Mitarbeiter wurden aufgefordert, das Gebäude nicht zu verlassen Foto: Michael Reynolds. Foto: dpa
Polizei
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Polizei mit schwerem Geschütz vor dem US-Kapitol. Foto: Michael Reynold Foto: dpa
Passanten
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Nach denm die ersten Schüsse fallen, bringen sich Passanten in Sicherheit. Foto: Shawn Thew Foto: dpa
Schußpartrone
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Sechs bis zwölf Schüsse aus einer Handfeuerwaffen sollen gefallen sein. Foto: Shawn Thew Foto: dpa

Washington (dpa) - Nach der tödlichen Verfolgungsjagd im Regierungsviertel von Washington ist Kritik am Vorgehen der Polizei laut geworden.


Die Beamte hatten eine unbewaffnete Mutter erschossen, nachdem sie mit ihrem Auto in eine Sicherheitsbarrikade vor dem Weißen Haus gefahren und dann vor der Polizei geflüchtet war. Die 34 Jahre alte Frau litt Medienberichten zufolge an Depressionen.

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Eine interne Untersuchung solle voraussichtlich klären, warum die Fahrt für die Zahnhygienikerin aus Connecticut tödlich endete. Das berichtete der Fernsehsender CBS am Freitag. Der Todesschütze müsse öffentlich genannt und so für seinen «ungeheuerlichen Fehler» gerügt werden, nicht möglichst wenig Gewalt angewandt zu haben, hieß es im Magazin «Forbes» am Freitag. Die einjährige Tochter, die unversehrt aus dem schwarzen Auto geholt wurde, beginne ihr Leben nun als Waise.

Die Fahrerin habe wegen einer ungewollten Schwangerschaft an Depressionen gelitten, meldeten US-Medien am Freitag übereinstimmend. Nach der Entbindung habe sie an einer Wochenbettdepression gelitten, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf anonyme Strafverfolger. Ihr Freund habe sich im Dezember bei der Polizei gemeldet, weil er sich um die Sicherheit des gemeinsamen Kindes sorgte. In ihrer Wohnung wurden Antidepressiva und Medikamente zur Behandlung von Schizophrenie und einer bipolaren Störung gefunden, meldete CNN.

«Vielleicht hätte die Polizei Luft holen sollen», sagte Anwalt Mark O'Mara im CNN-Interview. O'Mara hatte George Zimmerman verteidigt, der den schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin im Februar 2012 erschoss. Der gewaltsame Tod des Teenagers erregte monatelang die Gemüter in den USA.

Beobachter wiesen darauf hin, dass die Zone um das Weiße Haus und das Kongressgebäude im Bezug auf Sicherheit ein äußerst sensibler Bereich sind. Polizeichefin Cathy Lanier hatte den Einsatz aller Beteiligten nach dem Vorfall gelobt: Die Sicherheitsschleusen hätten gut funktioniert. Beteiligt waren Dutzende Beamte von FBI, Secret Service, der für das Kapitol zuständigen Capitol Police und der Washingtoner Polizei.

Im Internet diskutierten die Menschen darüber, ob die tödlichen Schüsse wirklich notwendig waren. «Sie hätten in die Reifen schießen können, sie hatte ganz eindeutig Angst. Ich hasse die Polizei», schrieb eine Nutzerin. «Agenten müssen bereitstehen und auf Terroristen und Serienmörder reagieren», schrieb eine andere - doch der Tod der Mutter sei unnötig gewesen.

Die Frau war am Donnerstag mit ihrem Kind auf dem Rücksitz in eine Sicherheitsbarrikade vor dem Weißen Haus gefahren und dann quer durch die Innenstadt in Richtung Kapitol gerast. Dutzende Polizeiautos verfolgten den Wagen. Nach dem Zusammenstoß mit einem Polizeiwagen wurde die Fahrerin von Polizisten getötet.