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US-Forscher entdecken Diamant-Planeten

Washington (dpa) - In unserer kosmischen Nachbarschaft gibt es einen besonders wertvollen Planeten. Er soll zu einem großen Teil aus Diamant bestehen. Für Menschen ist die Diamantmine aber unerreichbar.

Diamant-Planet
«55 Cancri e» soll zu einem großen Teil aus Diamant bestehen. Foto: Haven Giguere Foto: dpa

Seinen unschätzbaren Wert errechneten US-Forscher aus der Analyse der chemischen Zusammensetzung des Himmelskörpers. Der Exoplanet mit der Katalognummer «55 Cancri e» sei reich an Kohlenstoff, teilte die Yale-Universität am Donnerstag (Ortszeit) in New Haven (US-Staat Connecticut) mit. Diamant ist eine Form des Kohlenstoffs. Die Forscher schätzen, dass der Planet mindestens zu einem Drittel aus Diamant besteht.

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«Dies ist ein erster Blick auf einen felsigen Planeten, dessen chemische Zusammensetzung sich dennoch fundamental von der Erde unterscheidet», erläuterte Yale-Astrophysiker Nikku Madhusudhan in der Mitteilung. «Die Oberfläche dieses Planeten ist wahrscheinlich mit Graphit und Diamant bedeckt und nicht mit Wasser und Granit.» Den Beobachtungen zufolge ist der Planet etwa doppelt so groß wie die Erde und besitzt rund die achtfache Masse.

«55 Cancri e» ist einer von insgesamt fünf Planeten eines sonnenähnlichen Sterns im Sternbild Krebs. Dieses Sonnensystem ist rund 40 Lichtjahre von unserem entfernt und gehört damit zur kosmischen Nachbarschaft. Dennoch liegt diese reichhaltige Diamantmine weit außerhalb unserer Reichweite: Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und entspricht knapp zehn Billionen Kilometern (10 000 000 000 000 km). Die Reise dorthin würde Jahrhunderte dauern, selbst wenn sie technisch machbar wäre.

Der Exoplanet zählt zu den Supererden. So werden Planeten anderer Sterne bezeichnet, die nicht sehr viel größer sind als die Erde und aus Gestein bestehen. Leben ist auf dem Diamant-Planeten allerdings undenkbar: Er umkreist seinen Heimatstern alle 18 Stunden in so geringer Distanz, dass es auf ihm rund 2150 Grad Celsius heiß ist.

Die Entdeckung zeige, dass Supererden nicht automatisch dieselbe chemische Zusammensetzung haben müssten wie die Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem, betonen die Forscher. Sie stellen ihre Analysen in einer kommenden Ausgabe des Fachblatts «Astrophysical Journal Letters» vor.

Yales News samt Illustration