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Fahnder gehen Ursache der Giftwolke in Kraft-Fabrik nach

Bad Fallingbostel (dpa) - Die Giftwolke über dem Lebensmittelwerk des Kraft-Konzerns in Niedersachsen beschäftigt die Ermittler auch nach dem Ende des Katastrophenalarms.

Chemieunfall bei Kraft Foods
Feuerwehrleute kämpfen nach dem Chemieunfall gegen eine giftige Gaswolke. Foto: Julian Stratenschulte Foto: dpa

Ob der Chemieunfall in Bad Fallingbostel ein strafrechtliches Nachspiel haben wird, war nach Angaben eines Polizeisprechers noch offen. Klar sei, dass fahrlässig gehandelt worden sei. Die Staatsanwaltschaft müsse entscheiden, wie dies zu bewerten sei.

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Irrtümlich war in einem Werk des Lebensmittelherstellers Salpetersäure in einen Tank mit Natronlauge gefüllt worden. Bei dem Versuch, die beiden Substanzen zu trennen, kam es zur Freisetzung einer Giftwolke. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden sagte, die Polizei ermittle wegen des Verdachts der schweren Gefährdung durch Freisetzung von Giften.

«Wir werden alles dafür tun herauszufinden, was genau passiert ist», erklärte Firmensprecherin Heike Hauerken. Auch über Berichte, dass es am Montag bereits um 10 Uhr statt wie bislang dargestellt um 13 Uhr zu der verhängnisvollen Verwechslung gekommen sei, konnte die Sprecherin nichts sagen. «Unser Team vor Ort wird sich auch damit beschäftigen», sagte die Sprecherin.

Derzeit sei die Lebensmittelaufsichtsbehörde dabei, die Anlagen zu untersuchen. «Nach und nach wird seit heute die Produktion wieder freigegeben», erklärte sie. In Bad Fallingbostel werden unter anderem Frischkäse, Ketchup und das Nudelgericht Mirácoli hergestellt.

Zwei Tage nach dem Chemieunfall kehrte Bad Fallingbostel in die Normalität zurück: Am Mittwoch waren in der 11 000 Einwohner-Stadt in der Lüneburger Heide wieder Schulen, Kindergärten und Geschäfte geöffnet. Am Montagabend war dort Katastrophenalarm ausgelöst worden, 1200 Menschen mussten wegen der Giftwolke über Nacht ihre Häuser verlassen.

Zu den Kosten der Evakuierung und des Einsatzes von rund 1000 Rettungskräften gab es noch keine genauen Angaben. «Wir sind aber im Bereich von einigen Millionen Euro», sagte ein Feuerwehrsprecher.

Die Einsatzkräfte waren am Mittwoch nur noch mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt. «Wir haben gestern Abend um 20 Uhr Schluss gemacht, die Grenze der Belastbarkeit war erreicht», sagte der stellvertretende Ortsbrandmeister Jens Wolters.

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