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Webradios in Konsolidierungsphase - Qualität steigt

Nürnberg (dpa) - Der zuletzt stark gewachsene Webradio-Markt konsolidiert sich und wird einer Studie zufolge professioneller.

«Während die Zahl der Kleinstanbieter leicht rückläufig ist, haben sich vor allem die Online-Streams der UKW-Radios stark profiliert», heißt es im Webradio-Monitor 2012, der am Mittwoch bei den Lokalrundfunktagen in Nürnberg vorgestellt wurde. Aktuell gebe es in Deutschland rund 3000 Webradio-Sender. Ihre Hörer riefen inzwischen jeden sechsten Stream per Smartphone oder Tablet-PC ab.

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82 Prozent der Online-Sender sind der Studie zufolge ausschließlich über das Internet zu empfangen, 13 Prozent machen Live-Streams der UKW-Radio-Sender aus. Der Rest sind fast ausschließlich Online-Submarken von UKW-Sendern, zu denen etwa genrespezifische Themenprogramme gehören. Die Zahl der durchschnittlichen Abrufe je Sender und Tag stieg binnen Jahresfrist um 36 Prozent auf 13 800 (Stand April). Die Angebote der UKW-Marken verzeichneten sogar einen Anstieg um 58 Prozent auf 18 300 Abrufe.

Dennoch wird mit Webradio im Regelfall kein Geld verdient. Während die UKW-Radios mit einer Kostendeckung von 98 Prozent nur knapp unter der Profitabilitätsgrenze operieren, erreichen die reinen Netz-Radios im Schnitt nur einen Wert von 69 Prozent, wie die Studie ergabe. Die Ursache dafür sehen viele Anbieter in zu hohen Streamingkosten und Gema-Lizenzgebühren.

Für den Webradio-Monitor hatte die Unternehmensberatung Goldmedia im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) nach eigenen Angaben sämtliche deutschen Webradio-Sender befragt.

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