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Verleger zuversichtlich im Streit um «Tagesschau»-App

Berlin (dpa) - Die Zeitungsverleger sehen dem Berufungsverfahren im Streit um die «Tagesschau»-App zuversichtlich entgegen und sind zugleich weiter zu Gesprächen bereit. «Wir haben die Reaktion der ARD erwartet», sagte ein Sprecher des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger BDZV.

«Tagesschau»-App
Das Gericht lehnt ein generelles Verbot der «Tagesschau»-App ab. Foto: Julian Stratenschulte Foto: dpa

Er bestätigte, dass es «zeitnah» Gespräche zwischen Verlegern und den Intendanten von ARD und ZDF geben werde, um pragmatische Lösungen zu finden. Mehrere Zeitungsverlage hatten im vergangenen Jahr gegen die App geklagt, weil sie «presseähnlich» sei, und damit im September vor dem Kölner Landgericht einen Erfolg errungen. Dagegen legte die ARD am Donnerstag Berufung ein, hatte aber ebenfalls angekündigt, den Streit außergerichtlich beilegen zu wollen.

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Einen Termin für die Berufungsverhandlung gibt es noch nicht. Die ARD habe einen Monat Zeit, um die Berufung zu begründen, sagte eine Sprecherin des Kölner Oberlandesgerichts am Freitag. Danach werde der Senat noch die Berufungserwiderung der Zeitungsverleger abwarten. Erst dann wird entschieden, ob und wann es zur Verhandlung kommt.

Die Verleger befürchten, dass es ihnen die mit Rundfunkgebühren finanzierte «Tagesschau»-App, die Nutzern kostenlos angeboten wird, schwerer macht, kostenpflichtige Zeitungsangebote für Smartphones und Tablet-Computer auf dem Markt zu etablieren. Das Kölner Landgericht hatte die «Tagesschau»-App vom 15. Juni 2011 geprüft und sie tatsächlich als «presseähnlich» bewertet. Es verbot allerdings lediglich, die App des einen geprüften Tages weiterzuverbreiten, nicht aber die «Tagesschau»-App allgemein.