weather-image
-3°

Schneeball-Effekt: Bilanz zum »Aufschrei« gegen Sexismus im Alltag

0.0
0.0

Berlin (dpa) - Die Twitter-Kampagne gegen sexuelle Belästigung unter dem Stichwort »Aufschrei« hat nach Auffassung ihrer Mitinitatorin Anne Wizorek ihr Ziel noch lange nicht erreicht.


»Wir leben in einer Kultur, die Frauen abwertet, zu verfügbaren Objekten macht, Männer in eine Steinzeitrolle drängt und immer wieder Sex als Verkaufsargument einsetzt«, sagte die Medienberaterin am Mittwoch auf der Internetkonferenz re:publica in Berlin. Der gemeinsame Austausch über sexistische Erfahrungen im Internet habe viele Frauen darin gestärkt, sich gegen Übergriffe selbstbewusster zur Wehr zu setzen.

Anzeige

»Einen Aufruf zum Mitmachen gab es eigentlich nie, es beteiligten sich aber immer mehr Frauen«, erinnerte sich Wizorek an die Entstehung des Twitter-Hashtags »#aufschrei« am 25. Januar dieses Jahres. »Obwohl es schon nach Mitternacht war, ging der Aufschrei in die Welt hinaus.« Der Schneeball-Effekt habe dazu geführt, dass eine breite öffentliche Diskussion über Sexismus im Alltag entstanden sei. »Es war ein seltsames Gefühl, so intime Dinge im Netz zu schreiben, aber auch extrem befreiend. Wir waren eine kleine Community und haben uns gegenseitig Halt gegeben«, sagte Wizorek. Auch viele Männer seien dankbar, dass diese Debatte angestoßen worden sei.

Webseite der Konferenz

Twitter-Account Anne Wizorek