weather-image

Pirate-Bay-Mitbegründer wird aus Kambodscha abgeschoben

0.0
0.0
Pirate Bay
Bildtext einblenden
Vier Betreiber der Internet-Tauschbörse The Pirate Bay wurden 2009 wegen Verletzung des Urheberrechts von einem Gericht in Stockholm zu jeweils einem Jahr Gefängnis verurteilt. Foto: Claudio Bresciani Foto: dpa

Phnom Penh (dpa) - Kambodscha wird den verhafteten Mitbegründer der umstrittenen Internet-Tauschplattform The Pirate Bay, Gottfrid Svartholm Warg, mit bislang unbekanntem Ziel abschieben. Das teilte ein Polizeisprecher am Dienstag in Phnom Penh mit.


Warg war in der vergangenen Woche wegen Urheberrechtsverletzungen inhaftiert worden. Gegen den 27 Jahre alten Schweden lag ein internationaler Haftbefehl vor, der in seinem Heimatland ausgestellt worden war. Schweden hatte daraufhin die Auslieferung von Warg gefordert. Allerdings gibt es zwischen Kambodscha und Schweden kein Auslieferungsabkommen.

Anzeige

Wohin Warg gebracht wird, teilte der Polizeisprecher nicht mit. Der stellvertretende nationale Polizeichef, General Sok Phal, sagte der Tageszeitung »Phnom Penh Post«, Kambodscha werde im Fall Warg das Einwanderungsgesetz anwenden und den Schweden in absehbarer Zeit des Landes verweisen. Innenminister Sar Kheng werde das Ausweisungsdokument bald unterschreiben.

Ein Gericht in Schweden hatte im November 2011 Warg, die beiden anderen Gründer von The Pirate Bay - Peter Sunde und Fredrik Neij - sowie den wichtigsten Geldgeber der Plattform schuldig gesprochen. Das Gericht warf ihnen vor, mit dem Web-Angebot Millionen Internetnutzern ein Forum für das illegale Herunterladen von Musik, Filmen und Computerspielen geboten zu haben. Sie wurden jeweils zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zur Zahlung von umgerechnet 3,4 Millionen Euro Schadensersatz an die Musik-, Film- und Videospiele-Industrie verurteilt.

Die Haftstrafen der drei Mitangeklagten von Warg wurden im Dezember 2010 in einem Berufungsverfahren reduziert. Wargs Strafe blieb dagegen unverändert, weil er nicht zum Gerichtstermin erschienen war.

Die Macher von The Pirate Bay hatten die gegen sie erhobenen Vorwürfe stets zurückgewiesen. Sie verwiesen darauf, dass ihre Website selbst kein urheberrechtlich geschütztes Material zum Download bereitgestellt habe. Die Plattform bietet allerdings Informationen an, mit deren Hilfe Webanwender mit einem Mausklick illegale Downloads starten können.