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Neue Geräte: Premieren-Parade in der Mobilfunk-Branche

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New York/Berlin (dpa) - In der Mobilfunk-Branche gehen auch nach der IFA die Wochen der Neuheiten weiter. Erst wollen am Mittwoch Nokia und Microsoft sowie Motorola neue Geräte vorstellen.


Am Tag darauf wird vom Online-Einzelhändler Amazon die nächste Generation seines Tablets Kindle Fire erwartet. Und in einer Woche dürfte das nächste iPhone präsentiert werden - Apple verschickte am Dienstag Einladungen für den 12. September.

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Apple kündigte darin zwar nicht ausdrücklich an, dass es um das nächste iPhone gehen wird. Es gab jedoch einen unmissverständlichen Hinweis: Der Schatten der 12 auf der Einladung wurde wie eine 5 gestaltet. Damit dürfte auch die Diskussion darüber beendet sein, ob die nächste Version »iPhone 5« oder einfach nur »das neue iPhone« heißen wird. Der Text in der Einladung lautet: »Es ist fast da.« Über die Vorstellung des nächsten iPhone am 12. September wurde schon lange spekuliert. Das gilt auch als ein Grund für die Eile, mit der die Apple-Rivalen ihre Produkt-Vorstellungen in die ersten September-Tage quetschten.

Von Nokia und Microsoft werden bei dem Termin in New York am Mittwoch Geräte mit Windows Phone 8 erwartet, dem neuen mobilen Betriebssystem des Software-Riesen. Samsung fuhr den beiden Partnern allerdings auf der IFA in die Parade und zeigte bereits kurz das erste Handy mit Windows Phone 8. Eine ausführliche Präsentation blieben die Südkoreaner jedoch in Berlin schuldig.

Am Dienstag kündigte Nokia rechtzeitig vor der Gerätevorstellung einen kostenlosen Musik-Streaming-Dienst für die USA an. Im Internet tauchten zudem zahlreiche Bilder auf, die angeblich die neuen Nokia-Modelle Lumia 920 und 820 mit Gehäusen in knalligem Gelb und Rot zeigen. Auf den Fotos war auch Zubehör wie eine Station zum drahtlosen Aufladen der Akkus zu sehen.

Für den einstigen Handy-Weltmarktführer Nokia ist es ein entscheidender Moment: Das kriselnde Unternehmen hat voll auf die Microsoft-Karte gesetzt. Die vor knapp einem Jahr gestarteten Lumia-Smartphones mit Windows Phone 7 bekamen zwar gute Kritiken, der Marktanteil liegt aber immer noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die nächste Version von Windows Phone soll endlich deutlich bessere Verkäufe bringen. Mit Microsoft hat Nokia allerdings einen Partner mit langem Atem und tiefen Taschen, so dass die Finnen auch eine Durststrecke mit hohen Verlusten überstehen können.

Angesichts soviel Aufmerksamkeit für den schicksalhaften Nokia-Termin geriet die erwartete Produktvorstellung von Motorola etwas in den Hintergrund. Dabei wurde zuletzt spekuliert, die frischgebackene Google-Tochter könnte ein neues Smartphone präsentieren, bei dem der Bildschirm praktisch die gesamte Frontseite ausfüllt. Welchen Kurs Motorola einschlägt, wird ohnehin mit Spannung erwartet: Google muss den Spagat schaffen, dass der Handy-Pionier endlich wieder attraktive Geräte ins Programm bekommt, aber zugleich die anderen Partner aus dem Android-Lager sich nicht unfair behandelt fühlen.

Da Google die treibende Kraft hinter der Android-Plattform ist, werden andere Hersteller von Geräten mit dem Betriebssystem wie Samsung oder HTC ganz genau aufpassen, dass Motorola nicht bevorzugt behandelt wird.

Amazon lud für Donnerstag ins kalifornische Santa Monica, um in Hollywood-Nähe etwas Neues vorzustellen. Die Meldung, dass die bisherigen Versionen des Tablets Kindle Fire ausverkauft seien, schürte die Erwartung, dass dort eine neue Variante gezeigt wird. Amazon zählt das in Europa noch nicht verfügbare Kindle Fire stets zu seinen größten Erfolgen, hat aber noch nie Absatzzahlen genannt. Das Gerät bekommt aber immer mehr Konkurrenz - zuletzt von Googles Nexus 7, und bald vielleicht auch schon von einem kleineren iPad. Das soll es nach jüngsten Gerüchten aber erst im Oktober geben. Für den 19. September hat der Smartphone-Hersteller HTC zu einer Präsentation nach New York eingeladen - hier werden wie bei Nokia neue Geräte mit Windows erwartet.

Zunächst aber kommt aber wohl auf jeden Fall die nächste Version von Apples wichtigstem Produkt auf den Markt. Wenn die bisher im Internet aufgetauchten Bilder und Videos stimmen, wird das nächste iPhone die Form des aktuellen Modells 4S grundsätzlich behalten, aber einen etwas größeren Bildschirm bekommen und deutlich dünner werden. Solche Bilder haben sich in der Vergangenheit aber auch häufig als falsch herausgestellt.

Apple muss seine Fans mit dem nächsten iPhone überzeugen. Zuletzt war der Konzern aus Kalifornien beim Smartphone-Absatz deutlich hinter Samsung zurückgefallen, unter anderem wohl auch, weil Kunden auf die nächste iPhone-Version warteten. Unmittelbar vor der Modellerneuerung greift Apple jetzt auch das aktuelle Samsung-Topmodell Galasy S3 mit Patentvorwürfen an. Samsung verschoss sein Neuheiten-Pulver bereits in Berlin, unter anderem mit dem Galaxy Note II, der zweiten Version des Riesen-Smartphones mit Stift-Bedienung.

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