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Lotto lässt Spieler wieder im Internet tippen

München/Berlin/Münster (dpa) - Lottospieler in ganz Deutschland können ihre Kreuzchen bald auch im Internet machen. Das erlaubt der neue Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli in Kraft getreten ist. In einigen Bundesländern wie Hessen oder Bremen ist das Tippen im Netz jetzt schon möglich.

Lotto lässt Spieler wieder im Internet tippen
Die Homepage von Hessen Lotto: Bald ist das Lottospielen im Internet deutschlandweit erlaubt. In einigen Bundesländern wie Hessen oder Bremen ist das Tippen im Netz jetzt schon möglich. Foto: Boris Roessler/Archiv Foto: dpa

Anderswo warten die Lotto-Gesellschaften noch auf die Genehmigungen der Landesregierungen. «Wenn genügend Genehmigungen vorliegen, kann man über die zentrale Einstiegsstelle "lotto.de" gehen», sagte Bayerns Lotto-Chef Erwin Horak für den Deutschen Lotto- und Totoblock der dpa und bestätigte einen Bericht des «Handelsblatt». Von der Seite aus würden die Spieler auf die jeweiligen Landesseiten geleitet.

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Auf den sogenannten Glücksspieländerungsstaatsvertrag hatten sich Ende vergangenen Jahres 15 der 16 deutschen Bundesländer geeinigt - nur Schleswig-Holstein zog nicht mit. Die Übereinkunft der Bundesländer erlaubt dem Lotto- und Totoblock, wieder im Web aktiv zu sein. Das war Anfang des Jahrtausends noch erlaubt gewesen - seit 2009 aber verboten, wie ein Sprecher der Westdeutschen Lotterie in Münster erklärte. «Unser Ziel ist, die Kunden, die wir damals verloren haben, wieder zurückzugewinnen», sagte der Sprecher.

Bislang mussten die staatlichen Lotteriegesellschaften privaten Anbietern im Netz das Feld überlassen. Zwar sind und bleiben private Online-Glücksspielangebote in Deutschland laut Westlotto illegal. Das Verbot umgingen Anbieter aber, indem sie aus dem Ausland operierten. Nun will Lotto der Konkurrenz im Internet die Stirn bieten - und so «die natürlichen Spielbedürfnisse der Bevölkerung in geregelte und legale Bahnen (...) lenken», wie Westlotto betonte.

«Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die Leute, die im Internet illegale Angebote nutzen, auf Lotto-Angebote zurückgreifen werden», erklärte dagegen die Vorsitzende des Fachverbands Glücksspielsucht, Ilona Füchtenschnieder, in Bielefeld. «Die illegalen Glücksspiele werden damit nicht verschwinden.» Dagegen werde es künftig noch schwieriger zu vermitteln sein, was verboten und was erlaubt sei.

Zuletzt haben die Deutschen 6,7 Milliarden Euro für Spiele wie «6 aus 49», «Spiel 77», «Super 6» oder die Sportwette «Oddset» ausgegeben. Durchschnittlich 9,6 Millionen Spielaufträge gehen laut Westlotto bundesweit jede Woche ein. Mit Hilfe des Geschäfts im Internet soll der Umsatz mittelfristig auf 8 Milliarden Euro anwachsen, sagte ein Sprecher von Lotto Bayern. Damit könnten die Lotteriegesellschaften auch statt wie bisher 2,5 Milliarden in Zukunft 3 Milliarden Euro etwa an soziale Einrichtungen oder Sportverbände abführen.

Das Aus könnte der schnelle und bequeme Tipp im Netz für viele Annahmestellen bedeuten. Bei Westlotto in Münster glaubt man aber nicht, dass die Filialen unter der neuen Regelung leiden werden: «Wer bis jetzt in eine Annahmestelle gegangen ist, wird das auch weiter tun», sagte der Sprecher. «Da spielt auch der soziale Faktor eine große Rolle.» Der Chef von Lotto Bayern, Erwin Horak, betonte: «Internetkunden bei Lotto sind in der Regel neue Kunden.» Derzeit gibt es rund 23 000 Annahmestellen in Deutschland.

Gesetzentwurf Glücksspieländerungsstaatsvertrag NRW

Stellungnahme Fachverband Glücksspielsucht