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Hintergrund: Polizisten ermittelt vermehrt in sozialen Netzwerken

Berlin (dpa) - Auch die Polizei nutzt soziale Netzwerke immer öfter erfolgreich zum Aufspüren von Straftaten und Verdächtigen. Dabei geht es nicht nur um Facebook-Partys mit massenhaften Einladungen, sondern auch um die Verfolgung von politisch motivierten Straftaten oder Kindesmissbrauch.

Das erklärte Helmut Picko vom Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen am Dienstag auf dem Europäischen Polizeikongress in Berlin. «Wir sollten darüber nachdenken, ob wir das in allen Ermittlungsverfahren durchführen», sagte Picko, Dezernatsleiter des Kompetenzzentrum Cyberkriminalität in Nordrhein-Westfalen.

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Dabei kommt der Polizei zu Gute, dass die meisten Täter Spuren im Internet hinterlassen, etwa Einträge bei besagten Netzwerken. Diese Hinweise kann die Polizei aufspüren. Das sei sogar bei Ermittlungen zu Hackerangriffen gelungen, obwohl die Täter ihre digitalen Spuren geschickt verschleierten.

Die Möglichkeiten zur Vernetzung machen sich auch Kriminelle zu Nutze. Kriminologe Thomas-Rüdiger Gabriel warnte daher vor möglichen Gefahren von Online-Spielen. Solche virtuellen Welten seien häufig mit knubbeligen Spielfiguren und bunten Farben so gestaltet, dass sie Kinder ansprechen. Durch die eingebauten Chatfunktionen könnten junge Spieler leicht von Kriminellen kontaktiert werden. «Eine 10-Jährige ist nicht unbedingt bei Facebook», sagte Gabriel.

Für Erwachsene ist es nicht immer einfach, ihre Kinder vor solchen Gefahren zu schützen, gaben die Polizeivertreter zu. «Nicht mal wir Erwachsenen verstehen die Regeln der digitalen Welt», sagte Savas Gel vom Niedersächsischen Innenministerium. Er warb für Informationsangebote in Schulen, um Kindern und Jugendlichen einen sicheren Umgang mit dem Internet zu vermitteln.

Homepage Europäischer Polizeikongress

Das jüngste Lagebild des Bundeskriminalamts zu Cybercrime von 2011