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Google erneuert Kartendienst und Internet-Suche

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San Francisco (dpa) - Google rüstet sich für die Computer-Welt der Zukunft: Aus der Internet-Suche wird eine sprechende Wissens-Maschine und die digitalen Karten sollen für jeden Nutzer anders aussehen.


Die bei der Entwicklerkonferenz Google I/O in San Francisco vorgestellten Neuerungen sollen Google den Platz auf allen Arten von Geräten sichern. Konzern-Chef Larry Page ließ sich nach langer Zeit wieder bei einem großen öffentlichen Event sehen. Kurz zuvor hatte er den zeitweisen Verlust seiner Stimme mit einer Stimmbandlähmung begründet.

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Vor dem Auftritt von Larry Page verkündete der für die Google-Suche zuständige Manager Amit Singhal am Mittwoch provokant »das Ende der Internet-Suche, wie wir sie kennen«. Die Suchmaschine soll verstärkt in ganzen Sätzen formulierte Fragen der Nutzer beantworten. Im hauseigenen Web-Browser Chrome kann man sie jetzt auch über das Mikrofon stellen und eine gesprochene Antwort bekommen. Dafür entwickelt Google seit Jahren riesige Wissens-Datenbanken. Um die Funktion zu aktivieren, spricht man den Computer mit »Okay, Google« an. Wenn persönliche Informationen wie Termine, Kontakte oder Reisepläne bei Google gespeichert sind, funktioniert Chrome wie ein persönlicher Assistent.

Die runderneuerten Karten will Google stärker auf einzelne Nutzer anpassen. Dafür kommen unter anderem Empfehlungen und Bewertungen von Lokalen stärker in den Vordergrund. Außerdem werden Informationen über Unfälle auf den Straßen direkt in Google Maps eingebunden - aber auch Sonderangebote von Geschäften. Google verspricht Karten, die besser werden, je mehr man sie nutzt.

Zudem wurde ein neuer Streaming-Musikdienst vorgestellt, bei dem die Songs direkt aus dem Netz abgespielt werden. Das Abo-Angebot mit dem Namen Google Play Music All Access ist zunächst in den USA verfügbar, kündigte der Internet-Konzern auf der Entwicklekonferenz Google I/O in San Francisco an. Für 9,99 Dollar im Monat gibt es uneingeschränkten Zugriff auf das Musik-Angebot. Außerdem kann man sich Songs, die zum eigenen Musikgeschmack passen könnten, von Google auswählen lassen. Der Konzern spricht vom »Radio ohne Regeln«. Weitere Länder sollen folgen.

Google konkurriert damit mit bisherigen Streaming-Anbietern wie Spotify, Rdio oder Pandora. Apple arbeitet laut Medienberichten ebenfalls an einem Internet-Radio, steckt demnach aber in zähen Rechteverhandlungen mit der Musik-Branche fest. Mit der Download-Plattform iTunes ist Apple der weltgrößte Musik-Verkäufer.

An der Börse kamen die Pläne gut an: Die Google-Aktie sprang schon vor Beginn der Entwicklermesse erstmals über 900 Dollar und schloss mit 915,89 Dollar fast auf einem Allzeithoch.

Google I/O ist die jährliche Konferenz für Software-Entwickler, auf der der Internet-Riese wichtige Neuheiten vorstellt.

Zunächst standen vor allem neue Möglichkeiten für App-Entwickler im Mittelpunkt. Unter den ersten am Mittwoch vorgestellten Neuerungen war die Möglichkeit, Spielstände in der Cloud zu speichern, um nahtlos auf verschiedenen Geräten spielen zu können. Außerdem gibt es jetzt eine Schnittstelle, über die Apps sich unterschiedlich verhalten können, je nachdem ob der Nutzer geht, rennt oder mit einem Fahrrad unterwegs ist. Auch können sie bis zu 100 sogenannte Geofencing-Punkte pro App einbauen - virtuelle Zäune, die bestimmte Funktionen aktivieren, wenn ein Nutzer einen vorgegebenen Ort erreicht.

Dem Online-Netzwerk Google+ verpasste der Konzern ein neues Aussehen mit drei Spalten nebeneinander. Von den 41 neuen Funktionen haben viele mit Fotos zu tun. So werden Bilder jetzt in Auflösung hochgeladen und gespeichert. Außerdem wurden Möglichkeiten zur Online-Bearbeitung integriert. Unter anderem kann man jetzt Falten minimieren.

Website Google I/O