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Experten beraten über Internetkriminalität

Berlin (dpa) - Sicherheitsexperten aus 60 Nationen beraten ab heute in Berlin über den Kampf gegen Kriminelle im Internet. Mehr als 1000 Vertreter von Polizei, Sicherheitsbehörden und Politik kommen zum zweitägigen Europäischen Polizeikongress in der Hauptstadt zusammen.

Internetkriminalität
Fachleute beklagen eine wachsende Gefahr durch Kriminalität im Netz. Foto: Arno Burgi Foto: dpa

Als Redner werden unter anderen Experten der internationalen Polizeiorganisationen Interpol und Europol erwartet, außerdem Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen.

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Fachleute beklagen eine wachsende Gefahr durch Kriminalität im Netz. Nach Angaben der EU werden weltweit jeden Tag eine Millionen Menschen Opfer von Internetkriminalität. Der Schaden beläuft sich demnach pro Jahr auf rund 290 Milliarden Euro. Die Delikte reichen von gehackten Banküberweisungen über Datenklau und digitale Erpressung bis zur bandenmäßigen Verbreitung von Kinderpornos.

In Deutschland stagnierten die Fallzahlen zuletzt. 2011 gab es rund 60 000 Fälle von Cyberkriminalität, wie aus dem jüngsten Lagebild des Bundeskriminalamts (BKA) hervorgeht. Der verursachte Schaden sei allerdings gewachsen, die Dunkelziffer sei sehr hoch und die Täter agierten immer professioneller. Einen Grund zur Entwarnung gebe es deshalb nicht, mahnen BKA-Experten.

Beim Polizeikongress beraten die Fachleute bis Mittwoch über Schutz und Sicherheit im digitalen Raum. Ein linkes Bündnis hat Proteste am Rande der Tagung angekündigt. Bei einer Demonstration gegen den Kongress mit etwa 650 Menschen aus linken und autonomen Gruppen war es am Samstagabend zu Ausschreitungen gekommen. Die Berliner Polizei rechnet aber nicht mit weiteren Krawallen.

Hompepage Europäischer Polizeikongress

Das jüngste Lagebild des Bundeskriminalamts zu Cybercrime von 2011