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Experte: Apple setzt mit iPhone 5 auf Exklusivität

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Berlin (dpa) - Am neuen iPhone 5 scheiden sich die Geister: Die einen sind begeistert, den anderen hat Apple zuwenig Innovationen in sein Flaggschiff-Smartphone reingepackt. Experte Nikolaus Mohr vom Beratungsunternehmen Accenture glaubt, dass Apple einfach eine andere Strategie als seine Rivalen verfolgt.


Was ist Ihr erster Eindruck vom iPhone 5?

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Mohr: »Mich hat nichts überrascht, was da präsentiert worden ist. Da ist wenig dabei, wozu man sagt: Wow, das ist jetzt eine echte Neuerung. Über vieles war ja schon spekuliert worden. Spannend fand ich am ehesten noch, dass Apple diesmal nicht auf einen großen technologischen Paukenschlag gesetzt hat, sondern darauf, etwas mehr Exklusivität einzubringen und den Glanz der Marke zu stärken.«

Einige Kritiker argumentieren, Apple lasse Konkurrenten wie Nokia viel Freiraum, weil einige Technologien wie etwa die NFC-Funktechnik im neuen iPhone fehlen?

Mohr: »Zum einen hat das iPhone 5 mit seien Neuerungen den "Rückstand" zu Konkurrenzgeräten größtenteils geschlossen. Es hat einen schnelleren Prozessor, eine bessere Kamera, ein neues Betriebssystem. Das bringt Apple jetzt technisch wieder in eine Liga mit den anderen. Auf der anderen Seite versuchen die Wettbewerber sehr stark, mit technischen Merkmalen zu überzeugen, während Apple auf Exklusivität setzt. Hat Apple damit den anderen Raum gegeben? Das glaube ich nicht. Apple hat dank der Stärke seiner Marke eine große Fangemeinde, die danach lechzt, dieses Telefon in die Hand zu bekommen.«

Reicht es inzwischen noch, ein neues Telefon pro Jahr vorzustellen?

Mohr: »Ich glaube nicht, dass Apple den Rhythmus ändern muss. Die Anbieter haben einfach eine ganz unterschiedliche Positionierung im Markt. Interessant ist allerdings die Frage, wie sich die Player im Smartphone-Markt in Zukunft grundsätzlich differenzieren werden. Was ist technisch der nächste große Sprung, die nächste große Innovation? Ich glaube, da geht vielen jetzt die Fantasie aus. Und ob der nächste schnellere Prozessor, oder ein noch größerer Bildschirm da ein Verkaufsargument sind, das wage ich zu bezweifeln. Ich glaube, die Wichtigkeit der technischen Neuerungen sinkt - es sei denn, es ist wieder ein wirklicher Technologiesprung.«

Geht Apple auch die Fantasie aus?

Mohr: »Ich bin mir sicher, bei Apple wird über viele Dinge nachgedacht, die man noch machen kann. Apple denkt eher im Kontext seines Systems: Wie kann man ein Gerät mit anderen Geräten und Diensten verbinden, die Apple noch im Angebot hat?«