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Erstmals wird deutsches Onlinemagazin auch Printmagazin

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Berlin (dpa) - Erstmals im deutschsprachigen Raum expandiert ein größeres Onlinemagazin über das Internet hinaus und liegt auch gedruckt an den Kiosken. «The European» erscheint in Printform viermal im Jahr.


Das berichtete die Redaktion am Montag in Berlin. 40 000 Exemplare gehen in den Verkauf.

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Seit drei Jahren ist «The European» im Netz Forum für politische Auseinandersetzung zu Themen der Zeit. Sie reichen vom Arabischen Frühling über die Eurokrise bis hin zu den Perspektiven der deutschen Innenpolitik nach Angela Merkel. «Uns haben immer wieder Leser zurückgemeldet, dass sie es an einem normalen Tag nicht schaffen, alle unsere (Online-)Kolumnen zu lesen», sagte Chefredakteur Alexander Görlach. Für die erste Printausgabe seien zwar eigene Schwerpunkte gesetzt worden. Aber unter allen Texten stehen Weblinks.

«Wir haben immer gesagt, dass wir nicht glauben, dass Print tot ist», sagte Görlach. Daher habe man sich zu dem Experiment entschieden, das Magazin auch in gedruckter Form anzubieten. Laut Görlach hat noch kein anderes Onlinemedium diesen Schritt getan.

Die ersten Reaktionen seien ermutigend. «Es gab ein Bedürfnis an Haptik.» Noch vor der Präsentation des ersten Titels hätten 40 Leser Abos geordert. Nach Angaben von Görlach hat «The European» mehr als 110 000 Nutzer (unique users) im Monat. Dies sei doppelt so viel wie 2011.

Der erste Titel beschäftigt sich unter anderem mit Utopien für das Jahr 2112, mit dem Reformstau der katholischen Kirche, mit der US-Wahl - allerdings der von 2016 - und mit einer möglichen Koalition von Union und Piraten, von «The European» auf «Halloween-Koalition» getauft. Man sehe sich im Umfeld von «brandeins» und «Cicero». Das erste Heft sei profitabel. Politisch seien Heft und Webauftritt nicht festgelegt, Debatten lebten gerade von der Streitkultur verschiedener Strömungen, so Görlach. Zu den Autoren des ersten Heftes gehören der Vize-Chefredakteur der «Bild», Nikolaus Blome, Politikberater Michael Spreng und Schauspielerin Katja Riemann. Das Heft hat 162 Seiten. Es kostet 8 Euro und hat 20 Anzeigen, etwa von Google und Evonik.

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