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EA-Manager: Gratisspiele schaden nicht dem Verkauf

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Berlin (dpa) - Verschenken statt verkaufen - auf dieses Geschäftsmodell setzen immer mehr Computerspiele-Anbieter. Startups wie Zynga haben vorgemacht, wie es im besten Fall läuft: Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Spieler für virtuelle Güter Geld ausgibt - etwa um schneller voranzukommen oder die eigene Figur schicker zu gestalten -, kann sich das lohnen.


Auch Electronic Arts setzt seit 2008 auf Free-to-Play. Eine Gefahr fürs angestammte Geschäft bestehe nicht, sagt Sean Decker, der beim Branchen-Riesen die Sparte verantwortet.

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Electronic Arts hat jahrelang Computerspiele verkauft. Warum setzen Sie jetzt so stark auf Free-to-play?

Decker: «Die Art, wie die Verbraucher Medieninhalte nutzen, verändert sich. Wir bieten die Spiele so an, wie sie es wollen: auf DVD, auf mobilen Geräten oder über Soziale Netzwerke.»

Wie wirkt sich das Modell auf die Spiel-Entwicklung aus?

Decker: «Wir haben nicht mehr eine halbe Stunde Zeit, um den Spielern die Geschichte zu erklären. Wenn wir sie nicht in den ersten Minuten packen, sind sie weg. Bei einem Spiel für 50 oder 60 Euro ist das anders, wer so viel Geld ausgegeben hat, legt es nicht so schnell beiseite. Man geht auch nicht nach fünf Minuten aus dem Kino - höchstens, wenn man die Geschichte hasst. Free-to-play ist also für den Nutzer großartig.»

Besteht nicht die Gefahr, dass sich andere EA-Spiele schlechter verkaufen, wenn es eine kostenlose Alternative gibt?

Decker: «Das haben wir auch befürchtet. Aber mit den Free-to-play- Titeln locken wir viele Nutzer an, die keine Spiele kaufen würden, zum Beispiel, weil ihnen die Zeit fehlt. Sie haben uns außerdem geholfen, in Ländern wie Brasilien oder Polen Fuß zu fassen, wo wie bisher kaum präsent waren. Und wir haben festgestellt, dass die aktivsten Spieler beides nutzen - Free-to-Play und die Disc.»

Free-to-play-Spiele von EA