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«Angry Kremlins» - Protestspiel gegen Pussy-Riot-Urteil

Riga/Tallinn (dpa) - Aus Protest gegen die Gefängnishaft für drei Frauen der russischen Punkband Pussy Riot hat ein Software-Entwickler in Estland das Computerspiel «Angry Kremlins» veröffentlicht.

In dem Browsergame zielen die Spieler in Anlehnung an das Kultspiel «Angry Birds» mit den Köpfen von Patriarch Kirill und Präsident Wladimir Putin auf drei maskierte Pussy-Riot-Mitglieder. «Mit dem Spiel möchte ich mehr Aufmerksamkeit auf den unfairen Prozess lenken», sagte Entwickler Magnus Vulp der Nachrichtenagentur dpa mit.

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Pro Treffer gibt es 666 Punkte - die symbolische Zahl des Teufels. Sind alle drei Sängerinnen mit Hilfe der beiden Amtsträger abgeschossen, erscheint der Schriftzug «You defeated those riots» («Sie haben diese Unruhen niedergeschlagen»).

Die drei Musikerinnen Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) waren vor einer Woche nach einer kremlkritischen Aktion in der Moskauer Eröserkathedrale wegen «Rowdytums aus religiösem Hass» zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

«"Angry Kremlins" ist kein Spiel im eigentlichen Sinne, sondern ein Weg, um Meinungsfreiheit zum Ausdruck zu bringen und meinen kleinen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Freiheit zu leisten», sagte Vulp. «Niemand hat es bestellt, gewollt oder bezahlt.» Auch in Russland ist das Spiel bereits ein Hit, nachdem ein prominenter Putin-Kritiker in seinem Blog darauf hingewiesen hatte.

«Angry Kremlins»