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Star-Parade beim Filmfestival Locarno

Locarno (dpa) - Glanz und Glamour am Lago Maggiore: Das 65. Internationale Filmfestival von Locarno, das am Mittwoch beginnt, setzt auf Stars wie Charlotte Rampling oder Alain Delon.

Filmfest Locarno
Bald flimmern wieder Filme über die Leinwand auf der Piazza Grande im schweizerischen Locarno. Foto: dpa

Um den Hauptpreis, den «Goldenen Leoparden», bewerben sich 19 Spiel- und Dokumentarfilme. Dabei sind zwei Werke, die mit finanzieller Beteiligung aus Deutschland realisiert wurden. Deutsche Regisseure sind im Wettbewerb nicht vertreten, in verschiedenen Nebenreihen jedoch laufen weitere 16 deutsche Filme und Koproduktionen.

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Berühmte Schauspieler wie die Engländerin Charlotte Rampling, der Mexikaner Gael Garcia Bernal und der Franzose Alain Delon haben ihr Kommen angekündigt. Dabeisein will auch die australische Pop-Ikone Kylie Minogue. Sie spielt eine der Hauptrollen in dem in Locarno außerhalb des Wettbewerbs zu sehenden Film «Holy Motors». Dazu werden Regie-Legenden wie der Pole Krzysztof Zanussi und der Franzose Leos Carax erwartet. Das Festival dauert bis zum 11. August.

Olivier Père, der künstlerische Direktor, der das Festival nach vielen Jahren in der Leitung des Festivals von Cannes zum dritten Mal verantwortet, bietet am Ufer des Lago Maggiore ähnlich wie an der Promenade de la Croisette in Cannes Stars und Glanz auf dem roten Teppich. Er verspricht «Nichts als Kino!» Sein Motto lautet: «Ein Festival für das Publikum». Das strömt denn auch. Die Hotels sind bereits ausgebucht, die Zeltplätze überbelegt, und in den Parkzonen stehen unzählige Wohnwagen.

Der wichtigste Wettbewerb des nach Cannes, Berlin und Venedig bedeutendsten europäischen Filmfestivals, der «Concorso Internazionale», konzentriert sich entsprechend der Tradition von Locarno auf die Entdeckung von neuen Talenten und ungewöhnlichen Filmsprachen. Die zwei mit Beteiligung deutscher Produzenten gedrehten Wettbewerbsbeiträge sind der Horrorfilm «Berberian Sound Studio» des englischen Regisseurs Peter Strickland und das Drama «Polvo» von dem guatemaltekischen Regisseur Julio Hernández Cordón.

Weitere 16 deutsche Filme und Koproduktionen laufen in den zahlreichen Nebenreihen. In der Sektion «Fuori Concorso» werden «Perret in Frankreich und Algerien» vom renommierten deutschen Experimentalfilmer Heinz Emigholz und «I, Anna» vom Engländer Barnaby Southcombe, dem Sohn von Charlotte Rampling, gezeigt. Gleich drei deutsche Dokumentarfilme laufen in der vom Verband der Schweizer Filmkritik zusammengestellten «Semaine De La Critique»: «Camp 14 Total Control Zone» von Marc Wiese, «Mother's Day» von Bin Chuen Choi und «Vergiss mein nicht» von David Sieveking. Insgesamt laufen nahezu 300 Filme in allen Sektionen.

Die Hauptattraktion werden wieder die abendlichen Freiluftaufführungen für jeweils mehr als 8000 Zuschauer auf der mittelalterlichen Piazza Grande sein. Zur Eröffnungsgala wird hier der englische Thriller «The Sweeney» von Nick Love gezeigt. Von den 17 Filmen, die auf dem Platz vorgestellt werden sollen, wurden drei mit finanziellem Engagement aus Deutschland produziert: «Nachtlärm» von Christoph Schaub und «More Than Honey» von Markus Imhoof (beide Schweiz) und «Lore» von Cate Shortland (Australien).

Als besonderer Höhepunkt gilt schon jetzt die Piazza-Präsentation des 1958 uraufgeführten Hollywood-Klassikers «Bonjour Tristesse». Dazu wird Mylène Demongeot, einer der großen Stars des französischen Kinos der 1950er Jahre, erwartet. Die Adaption des legendären Romans von Françoise Sagan läuft im Rahmen der Retrospektive mit Werken des vor den Nazis in die USA geflüchteten österreichischen Regisseurs Otto Preminger («Porgy and Bess», «Exodus»). Mit besonderer Spannung erwartet wird daneben die Aufführung von «Magic Mike», dem neuesten Film vom US-amerikanischen Regie-Star Steven Soderbergh.

Präsident der diesjährigen Jury für den internationalen Wettbewerb um den «Goldenen Leoparden» ist der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Apichatpong Weerasethakul aus Thailand. Er gilt derzeit als einer der vielseitigsten Künstler Asiens. Zuletzt erhielt er auf der documenta in Kassel mit einer zusammen mit Chi Siri gestalteten Skulptur eines Geistes große Aufmerksamkeit. Der «Goldene Leopard» und die anderen Preise werden am 11. August während einer Gala auf der Piazza Grande von Locarno vergeben.

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