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RTL löst Marco Schreyl bei «Supertalent» und «DSDS» ab

Köln/Berlin (dpa) - Der Fernsehsender RTL macht Ernst mit dem Umbau seiner großen Unterhaltungsshows: Moderator Marco Schreyl (38), der jahrelang «Das Supertalent» und «Deutschland sucht den Superstar» präsentiert hat, muss gehen.

Daniel Hartwich
Daniel Hartwich wird das nächste «Supertalent» allein moderieren. Foto: Rolf Vennenbernd Foto: dpa

Die beiden «Super»-Shows, die zuletzt nicht mehr ganz so super liefen, werden runderneuert - und da ist offensichtlich kein Platz mehr für Schreyl, der immer mal wieder als farblos kritisiert worden war.

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Schreyls Rauswurf bedeutet gleichzeitig einen Aufstieg für seinen bisherigen Co-Moderator Daniel Hartwich. Der 33-Jährige darf künftig «Das Supertalent» allein präsentieren, wie der Sender auf Nachfrage bestätigte. Ob er auch bei «DSDS» zum Zuge kommt, ist noch unbekannt. Auf jeden Fall rückt er als Moderator und als Comedian im RTL-Programm immer stärker in den Vordergrund: Seit drei Staffeln ist er fester Bestandteil bei «Let's Dance» - als männliches Gegenstück zu Sylvie van der Vaart. Im August testet RTL mit ihm zudem die neue Promi-Spielshow «Total Blackout - Stars im Dunkeln». Außerdem hatte er bereits einige kleinere eigene Formate bei RTL wie «Achtung! Hartwich» oder «H wie Hartwich».

«Wir erneuern die Konzepte unserer Shows "Das Supertalent" und "DSDS" grundlegend», sagte RTL-Sprecher Christian Körner dem Kölner «Express» vom Freitag zur Erklärung der personellen Veränderungen. Zuerst wurde die «Supertalent»-Jury neu besetzt - Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker sitzen künftig neben Dieter Bohlen -, nun wurde also auch die Doppelmoderation beendet.

Haben etwa Gottschalk oder Bohlen an Schreyls Stuhl gesägt? Nein, betonen beide Entertainer in der «Bild»-Zeitung vom Freitag: «Ich hatte mit der Entscheidung nichts zu tun», sagte Bohlen. «Die Zusammenarbeit war gut. Ich hätte auch nichts dagegen, in Zukunft wieder mit ihm zusammenzuarbeiten.» Und Gottschalk zeigte sich sogar überrascht: «Ich habe Michelle mit in diese Ehe gebracht. Von der Personalie Schreyl habe ich gerade erst durch euch erfahren.»

Für die nächste «Supertalent»-Staffel, die im Herbst auch als Konkurrenz zum erneuerten ZDF-Klassiker «Wetten, dass..?» mit Markus Lanz ins Rennen geht, steht also jetzt das Personal, nur am Konzept werde noch gefeilt, heißt es von RTL. Die Zukunft von «DSDS» hingegen ist völlig offen: Nach dem eher mäßigen Quotenverlauf der jüngsten Staffel steht derzeit nur Dieter Bohlen als Oberjuror wie ein Fels in der Brandung, ansonsten wird wohl «kein Stein auf dem anderen bleiben», wie es der einstige Poptitan selbst formulierte.

RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger hatte direkt nach der neunten Staffel im Frühjahr vorausgesagt: «Wir werden die zehnte Staffel des Erfolgsformats sehr, sehr deutlich verändern.» Einzelheiten dazu gibt es noch keine, dafür umso mehr Spekulationen: Wird die einstige «DSDS»-Moderatorin Michelle Hunziker als Jurorin zurückkehren, wird es eine Quote für weibliche Teilnehmer geben, wird das Format Anfang 2013 starten - oder später?

Wie es für Marco Schreyl weitergeht, scheint ebenso unklar. Zwar betonte RTL, man führe Gespräche über die Zusammenarbeit in anderen Programm- und Showgenres; und er selbst sagte zu «Bild»: «Ich habe einen langfristigen Vertrag mit RTL und wir reden über neue Formate.» Doch das hörte sich vor einem Jahr schon mal etwas anders an. In einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» hatte Schreyl im Mai 2011 gesagt: «Ich würde gerne etwas mit journalistischem Tiefgang machen, etwas ruhiger (...) Ein Talk, vielleicht wieder Sport oder sogar eine Nachrichtensendung - auch bei den Öffentlich-Rechtlichen.» So hat er nach wie vor seine eigene Sendung beim Radiosender hr1.

Durchaus denkbar also, dass er mal zur ARD oder zum ZDF wechselt - nachdem beide Sender mit Gottschalk und Hunziker erst zwei Top-Leute an RTL abgeben mussten.