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Midlife-Crisis-Revue «Mann o Mann» feiert Premiere

Hamburg (dpa) - Haarausfall, Beziehungsstress und Potenzprobleme - auch Männer kommen in die Wechseljahre. Nur heißt das dann bei ihnen viel galanter Midlife-Crisis.

' Mann o Mann' am St. Pauli Theater
Stefan Gossler (l-r), Alexander Wipprecht, Stephan Schill und Max Gertsch in "Mann o Mann" am St. Pauli Theater. Foto: Markus Scholz Foto: dpa

Nach dem fulminanten Erfolg der Revue «Heiße Zeiten» über Probleme von Frauen in den besten Jahren feierte am Dienstagabend das Musical «Mann o Mann» Premiere im St. Pauli Theater. Fast drei Stunden lang tanzten und sangen sich vier «typische Vertreter» des männlichen Geschlechts die Sorgen von der Seele - zu umgetexteten Liedern wie «Im Frühtau zu Berge» und «Die Gedanken sind frei». Am Ende gab es dafür langanhaltenden Applaus, auch wenn sich einige Zuschauer für drastische Szenen fremdschämten.

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Das sind die Akteure: Der gestresste Bauunternehmer (Stephan Schill), der Probleme mit seiner 20-jährigen Geliebten hat, weil sie plötzlich auch eine Familie gründen möchte - der türkische Familienvater (Stefan Gossler), der sich um alles kümmert außer um sich selbst - der kinderlose Lebenskünstler (Alexander Wipprecht), der für niemanden Verantwortung übernehmen will - und der frustrierte Lehrer (Max Gertsch), der von allem die Nase voll hat. Auf der Suche nach Erleuchtung treffen sich alle Vier auf dem Jakobsweg wieder. Leider haben sie auch hier die Orientierung verloren, müssen in der spanischen Pampa ihr Zelt aufschlagen und schütten sich am Lagerfeuer ihr Herz aus.

Auch dieses Stück ist wie «Heiße Zeiten» eine Gemeinschaftsarbeit von Tilmann von Blomberg und Bärbel Arenz, die zugeben, dass die angeschlagene Tonart dieses Mal etwas ruppiger ist. Neben witzigen Kommentaren wie «Haarausfall: Ist nicht so schlimm, wachsen auf der Schulter wieder fest», gibt es auch viele ausgelutschte Gags wie «Ich halt 'ne Menge von der Frauenbewegung, nur rhythmisch muss sie sein.» Am Ende singen alle gemeinsam auf die Melodie von «September» die türkische Variante «Gününü Gün Et» - «Nutze den Tag!».

St Pauli Theater