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Goldener Ehrenleopard für Gael García Bernal

Locarno (dpa) - Der mexikanische Schauspieler Gael García Bernal hat am Mittwochabend beim 65. Internationalen Filmfestival in Locarno einen Goldenen Ehrenleoparden erhalten.

Gael García Bernal
Gael García Bernal wurde geehrt. Foto: Urs Flüeler Foto: dpa

Seit seinem internationalen Erfolg mit der Hauptrolle in «Amores Perros» von Alejandro González Iñárritu hat der 33-Jährige in Filmen in den USA, Frankreich, Italien und Georgien eine beeindruckende Karriere gemacht.

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Tausende Festivalbesucher bejubelten den Schauspieler auf der Piazza Grande von Locarno in der Schweiz. Gael García Bernal sagte während einer öffentlichen Diskussion: «Es ist unglaublich für mich, hier zu sein und diesen Preis zu bekommen. Als ich anfing, Theater zu spielen, dachte ich, dass sich mein Traum, im Kino Erfolg zu haben, nie erfüllen würde. Und nun das!»

Zur Ehrung des Stars zeigte das Festival seinen jüngsten Film «No». Regisseur Pablo Larrain aus Chile beleuchtet in der internationalen Koproduktion Hintergründe jenes politischen Kampfes, der den chilenischen Diktator Pinochet 1988 zum Rücktritt gezwungen hatte. Gefragt, was ihn an dem Film interessiert hat, verriet der Schauspieler: «Ich wollte unbedingt mit diesem Regisseur arbeiten. Ich hatte sofort Vertrauen zu ihm. Das ist wichtig. Denn Filmen ist so, als ginge man zusammen ins Bett, als führte man mit dem Regisseur eine Ehe ohne Trauring.»

Der sympathische Star betonte, welche Erfüllung ihm die Arbeit gibt: «Ich empfinde meinen Beruf als Privileg. Denn durch ihn kann ich ungemein viel über die Welt lernen. Es ist ein großes Glück. Dafür bin ich sehr dankbar». Nach Träumen gefragt, scherzte er: «Ich würde gern in "Men in Black 4" mitspielen - als Alien aus einer fremden Welt.»

Die 65. Ausgabe des Festivals am Lago Maggiore geht ins Finale. Deutschland liegt nicht nur im Hauptwettbewerb gut im Rennen. Im Wettbewerb der vor allem Studenten vorbehaltenen Sektion «Leoparden von Morgen» beeindruckte die Berlinerin Youdid Kahveci mit ihrem Kurzspielfilm «Über rauhem Grund». In nur neun Minuten spiegelt die Regiestudentin anhand eines Kneipenbesuchs Licht- und Schatten der deutschen Gegenwart. Die Preise werden an diesem Samstag vergeben.

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