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Vom Toten Winkel bis zum Gurtschlitten

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Mit dem Gurtschlitten des ADAC wurde ein Aufprall mit rund 30 Stundenkilometern simuliert.

Traunreut – Rund 200 Schülerinnen im besten »Führerscheinalter« durchliefen bei der Verkehrssicherheitswoche der Berufsschule in der Jugendsiedlung Traunreut in Kleingruppen an vier Tagen acht verschiedene Stationen.


Mit einem kleinen »Schaustück« beginnend, wurden die Jugendlichen von der Polizei auf die rechtlichen Folgen von Drogen- und Alkoholkonsum im Straßenverkehr aufgeklärt. Die Polizisten gingen dabei auf die verschiedenen Promillegrenzen und die rechtlichen Konsequenzen bei deren Übertretung ein. Nicht schlecht staunten die Jugendlichen, als sie hörten, wie teuer ein Verstoß gegen die Promillegrenzen werden kann und dass die Überschreitung von 1,1 Promille sogar eine Straftat darstellt.

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Ferner machten die Polizisten den Jugendlichen klar, dass auch Gewalt- und Rohheitsdelikte außerhalb des Straßenverkehrs der Führerscheinstelle gemeldet werden, was dazu führen kann, dass der Führerscheinerwerb abgelehnt wird.

Die Auswirkungen eines Verkehrsunfalls wurden in eindringlicher Weise von zwei verschiedenen Opfern geschildert, von denen eines schuldlos von einem betrunkenen Führerscheinanfänger in einen Unfall verwickelt wurde. Spätestens hier waren sich alle Schüler einig: Autofahren und Alkohol passen nicht zusammen.

An den weiteren Stationen machten die Schüler Erfahrungen mit der »Promille-Brille«: vorgetäuschten 0,8 Promille in Kombination mit einer Go-Kart-Fahrt. Sie leisteten außerdem Erste Hilfe am Unfallort, legten Verbände an und überprüften die Verkehrssicherheit eines Autos. Ferner unternahmen sie ihre ersten Fahrversuche mit einem Fahrschulauto, lernten etwas über den toten Winkel und testeten ihre Reaktionsfähigkeit bei einem plötzlichen Bremsmanöver. Besonders prägend waren die Erfahrungen mit dem Gurtschlitten des ADAC, der einen Aufprall mit rund 30 Stundenkilometern simuliert. »Es ist Wahnsinn, wie viel Power da dahinter ist«, betont ein Schüler erstaunt. »Wer glaubt, er kann sich mit den Händen abstützen, der liegt falsch. Da hältst du gar nichts mehr.«

Das Verkehrssicherheitsteam der Schule organisierte dieses wichtige Bildungsangebot in enger Kooperation mit der Polizei, der Verkehrswacht, dem ADAC und der Fahrschule Hoffmann. Ziel war es, eine verantwortungsbewusste Teilnahme der Schüler am Straßenverkehr zu bestärken. »Die Aktion ist dann erfolgreich«, so Hauptorganisator Christian Schmitz, »wenn wir die Lebenswelt der Jugendlichen mit ihrem altersbedingten Risikoverhalten berücksichtigen«.

Gerade Fahranfänger überschätzen sich gerne und glauben, dass sie ihr Fahrzeug in jeder Lage beherrschen. Leider tragen Übermut, Imponiergehabe vor dem anderen Geschlecht kombiniert mit zu vielen PS und Alkohol oftmals dazu bei, dass es zu Unfällen kommt. fb