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Realschüler unterwegs als Klimaforscher

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In einem hoch technisierten Landwirtschaftsbetrieb in China informierte sich die Traunreuter Schülerin Rebecca Untermayer. Dabei wurde besonders deutlich, dass die chinesischen Landwirte immer wieder ums notwendige Wasser kämpfen müssen. Die Eltern von Rebecca besitzen in Oberbayern ebenfalls einen Bauernhof mit Gemüseanbau. (Foto: May)

Traunreut. Kurz vor Ende des Schuljahres machte sich eine Gruppe von Schülern der Traunreuter Walter-Mohr-Realschule auf nach China und Russland. Die Reise im Rahmen des Schüleraustausches mit der Schule im chinesischen Zhangjiakou stand ganz im Zeichen des Klimaschutzes.


Die Traunreuter Realschule war in den vergangenen Jahren schon mehrmals im Rahmen des Pasch-Projektes (Partnerschulen im Ausland) in China und chinesische Schüler besuchten auch Traunreut. Jedes Mal steht die Reise unter einem bestimmten Thema, dieses Mal ging es den jungen Klimaforschern vor allem um die Trinkwasserversorgung.

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Auf der zweieinhalb Wochen langen Reise standen Projekte in der Partnerschule in Zhangjiakou ebenso auf dem Programm wie ein Schülerpraktikum bei der Firma Rosenberger in Peking und eine Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn.

Die 16-jährige Sabine Lohr war eine der Schülerinnen der neunten Klasse, die an der Chinareise teilnahm. Für sie war besonders der große Unterschied zwischen den Schulen auffallend. Die chinesischen Schüler seien alle überaus diszipliniert und aufmerksam, müssten viel lernen und die Schule sei im Vergleich zur Traunreuter Realschule einfach riesig. »Es ist schon alles sehr fremd für uns in China und absolut gewöhnungsbedürftig«, erzählte Sabine Lohr im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Als besonders schlimm empfand sie neben dem Smog, der ständig über Peking hängt, die katastrophale Trinkwassersituation in diesem großen Land. Das Grundwasser sei in vielen chinesischen Regionen dermaßen verseucht, dass sogar das Duschen schon gesundheitsschädlich sei. Trinken könne man das Wasser aus den Leitungen auf keinen Fall und sogar das chinesische Wasser, das in Flaschen zu kaufen ist, sei nicht einwandfrei. Wer es sich leisten könne, kaufe aus Europa importiertes Mineralwasser zum Trinken, das um ein Vielfaches teuer ist.

Absolut konträr habe sich die Situation in Russland dargestellt. Am Baikalsee, an dem die Gruppe Station machte und Wasserproben entnahm, sei das Wasser glasklar und habe absolute Trinkwasserqualität. Überhaupt fühlte sich die Schülerin in Russland direkt heimisch im Gegensatz zu China, wo doch alles sehr fremd sei.

Für ihre Mitschülerin Rebecca Untermayer war der Besuch eines hoch technisierten Landwirtschaftsbetriebes in China besonders interessant, da ihre Eltern ebenfalls einen Bauernhof mit Milchviehhaltung und Gemüse haben. Ein großes Problem für die chinesischen Landwirte stellt der Kampf ums notwendige Wasser dar, wie bei dem Besuch deutlich wurde.

Zusammen mit der Universität Stockholm untersuchten die deutschen und chinesischen Jugendlichen während der Reise das Trinkwasser an verschiedenen Orten. Sie hielten während der Zugfahrt Workshops ab und nahmen Proben vom Wasser aus der Dusche in Peking, vom Wasser in gekauften Flaschen, vom Baikalsee, dem Wasser, das es in der Transsibirischen Eisenbahn gab und von weiteren Orten. Diese Proben werden in der schwedischen Uni untersucht.

In China waren die deutschen Schüler auch als Botschafter des Projektes Plant-for-the-planet unterwegs, das die Walter-Mohr-Realschule kürzlich mit einer Spende unterstützte. Gemeinsam mit den Chinesen wurden Bäume für einen besseren Klimaschutz gepflanzt. Die Chinesen ihrerseits, die mit nach Traunreut reisten und hier ein paar Tage verbrachten, hatten ähnlich wie die Traunreuter einen Spendenlauf organisiert und insgesamt 900 Euro gesammelt. Sie kommen Opfer des Hochwassers in Deutschland zu. mix