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Neue Kulturen kennenlernen – im Ausland und zu Hause

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Bei ihrem Aufenthalt in den USA legte Isabell Jüngling auch einen Abschluss als Gastschülerin an der Highschool ab. Zusammen mit ihrer Gastmutter Julie Pesklo feierte sie diesen gebührend in der berühmten Abschlussrobe.

Neue Kulturen kennenlernen, die eigene Lebensweise hinterfragen und sich weiterentwickeln – dies können Jugendliche in anderen Teilen der Welt im Rahmen von Auslandsprogrammen. Eine, die den Schritt gewagt hat, ist Isabell Jüngling. Die 17-Jährige verbrachte das vergangene Schuljahr nicht an ihrem Gymnasium, sondern in Newbrighten im US-Bundesstaat Minnesota. »Es war super, ich bin viel selbstbewusster geworden und würde es sofort wieder machen«, sagt sie.


Es gibt in Deutschland mehrere Organisationen, die interessierten Jugendlichen und ihren Eltern bei der Organisation eines Auslandsaufenthalts unter die Arme greifen. Im Falle von Isabel war es der gemeinnützige Verein »AFS Interkulturelle Begegnungen«. Wenige Monate nach ihrer Rückkehr engagiert sich die junge Bad Aiblingerin nun ehrenamtlich für den Verein und kümmert sich auch in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land, um Gastschüler aus dem Ausland.

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Tiefe Freundschaften sind entstanden

Ihr zur Seite steht als ehrenamtlicher Helfer und Koordinator für die Region der Teisendorfer Rudi Inneberger, der selbst bereits Erfahrungen als Gastvater gemacht hat. Der junge Brasilianer Gabriel Santos wurde vor über zwei Jahren Teil seiner Familie und bis heute besteht eine tiefe Freundschaft zwischen den Oberbayern und dem Südamerikaner.

Auch wenn anfangs nicht immer alles so einfach war. Probleme bereitete vor allem die Sprache. »Gabriel sprach natürlich nur Englisch, Spanisch und Portugiesisch«, erinnert sich Rudi Inneberger. Damit der 17-jährige Brasilianer aber neben seinem Sprachkurs und dem Unterricht am Annette-Kolb-Gymnasium in Traunstein auch in der Gastfamilie die deutsche Sprache lernt, kamen die drei Kinder des Teisendorfers auf die Idee, alle Gegenstände im Haus mit den deutschen Begriffen auf Notizzetteln zu bekleben. »Sogar der Hund und die Katze blieben davon nicht verschont.« Aber Gabriel lernte schnell und kannte am Ende seines Austauschjahrs sogar auch noch viele bairische Ausdrücke.

Gäste müssen auch im Haushalt mithelfen

Ein großes Sprachproblem hatte Isabel Jüngling in den USA nicht. Ihr Großvater lebt in den Vereinigten Staaten und so war Englisch auch durch den Unterricht am Gymnasium nicht fremd. Schnell stellte sie dafür aber große Unterschiede fest. »Die Amerikaner sind zum Beispiel viel offener«, erzählt die 17-Jährige. Besonders gefallen hat ihr die Highschool, an der sie auch einen Abschluss als Gastschülerin machen konnte und die berühmte Abschlussrobe tragen durfte.

Isabel musste in den USA ebenso wie Gabriel in Teisendorf im Haushalt mithelfen, so wie jedes andere Familienmitglied auch. Und es gab auch einige Regeln. Dass dies oftmals zu Problemen führen kann, das erlebt Rudi Inneberger heute auch ab und zu in Gastfamilien in der Region. Die betreut der Teisendorfer als Koordinator von AFS und gibt Tipps für das Lösen von Konflikten, die oftmals auch mit den unterschiedlichen Kulturen zu tun haben. Nach einem klärenden Gespräch lassen sich diese meist aus dem Weg räumen und einem Aufenthalt im fremden Land steht nichts im Weg. apo