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»Man muss nur wissen, wo man hin will«

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Angela Humhauser möchte sich auch nach ihrem Bachelor-Abschluss noch weiterbilden. Den Master schließt die 21-Jährige auch nicht aus.

Traunstein – Schon relativ früh war Angela Humhauser aus Siegsdorf klar, dass sie Ergotherapeutin werden möchte und dafür die Mittlere Reife braucht. Eigentlich wollte die 21-Jährige nach der fünften Klasse auf eine Realschule wechseln, doch sie bestand die Aufnahmeprüfung nicht. Ein duales Studium und eine Ausbildung zur Ergotherapeutin hat sie trotzdem gemacht.


Nachdem sie nicht auf die Realschule wechseln konnte, war Angela Humhauser schnell klar, dass sie die Mittlere Reife auf einem anderen Weg bekommen möchte. »Deshalb fiel meine Wahl nach der sechsten Klasse auf die Franz-von-Kohlbrenner Mittelschule in Traunstein«, so die Siegsdorferin.

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»Möglichkeit, in viele Berufe hinein zu schnuppern«

Bedingt durch die anstehende Berufswahl und den täglichen Schulalltag beschreibt die 21-Jährige ihre Schulzeit als anstrengend. »Aber sie waren für mich vor allem geprägt durch vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Praktika. Das ist ein sehr positiver Aspekt an der Mittelschule. Man hat im Gegensatz zu einem Gymnasium oder einer Realschule viel mehr Möglichkeiten, in Berufe hinein zu schnuppern.« Besonders in Erinnerung geblieben ist Angela Humhauser aber auch die einwöchige Sprachreise nach Broadstairs in Südengland. »Dadurch hat man die Möglichkeit, ein Land beziehungsweise eine Sprache einfach viel näher kennenzulernen und Kontakte zu anderen Jahrgangsstufen zu knüpfen.«

Nach der Mittleren Reife im Jahr 2011 hat die Siegsdorferin eine Ausbildung zur Ergotherapeutin an der Berufsfachschule in Rosenheim angefangen. »Ich habe in den ersten eineinhalb Jahren vor allem theoretische Grundlagen kennengelernt und habe dann meine vier Berufspraktika absolviert.« Da sie aber schnell merkte, dass ihr das Wissen, das sie in der Ausbildung vermittelt bekam, nicht reichte, informierte sich Angela Humhauser nach weiteren Fortbildungsmöglichkeiten. »Ich stieß durch Zufall auf das ausbildungs- und berufsbegleitende Studium an der ZUYD Hogeschool in Heerlen in den Niederlanden.«

Mit Beginn ihrer Praktikumsphase hat sie an der ZUYD ein Studium begonnen. »Ich bin dann monatlich nach Regensburg zu den Döpfer-Schulen gefahren. 2014 schrieb ich mein Examen und schloss das Grundstudium in Regensburg ab.« Anschließend begann die 21-Jährige Teilzeit zu arbeiten und fuhr jeden Monat für drei Tage für das Hauptstudium nach Heerlen. »Das Studium habe ich jetzt im Februar erfolgreich mit dem Bachelor abgeschlossen.« Jetzt möchte Angela Humhauser erst einmal noch mehr Berufserfahrung sammeln und Fortbildungen machen. »Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich in ferner Zukunft noch ein Masterstudium oder ähnliches anstrebe.«

»Man findet immer einen Weg«

Den Besuch der Mittelschule bezeichnet die Siegsdorferin für sich als »richtigen Weg«. Eltern rät sie, sich mit ihrem Kind gemeinsam zu entscheiden und dieses beim Schulwunsch zu unterstützen. »Ich denke, dass der Besuch der Mittelschule für viele Kinder, die dem Leistungsdruck am Gymnasium oder der Realschule nicht gewachsen sind oder einfach mehr praktisch arbeiten möchten, der richtige Weg ist.« Außerdem betont die 21-Jährige, dass die Chancen mit der Mittleren Reife genau so gut sind. »Man muss nur wissen, wo man hin will. Denn man findet immer einen Weg.« jar