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Julia Miesgang ist fasziniert von ihren Hühnern

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Die Hühner von Julia Miesgang sind zutraulich und fressen ihr sogar aus der Hand. (Foto: Mix)

Traunreut – Jugendliche haben heutzutage eine große Auswahl an Hobbys. Eher ungewöhnlich ist die Leidenschaft von Julia Miesgang: Sie ist engagierte Geflügelzüchterin. Als aktives Mitglied des Geflügelzuchtvereins Altenmarkt hat sie mit ihren Tieren bereits einige Preise auf Ausstellungen geholt. Geerbt hat sie die Liebe zum Federvieh wohl von ihrem Opa Sepp Kiesteiner. Mit seinen Hühnern ist die 17-Jährige von Kindheit an vertraut und der Umgang mit den zutraulichen Tieren ist für sie selbstverständlich.


Wenn Julia, die derzeit eine Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin bei Heidenhain absolviert, von der Arbeit heimkommt, führt ihr Weg zunächst zu den Hühnern. Diese haben am Anwesen ihres Opas in Haßmoning viel Platz und Auslauf. Eine oder zwei Stunden vergehen schnell, wenn die Jugendliche zwischen den Tieren sitzt, schaut, ob mit dem Futter alles passt und die Tiere wohlauf sind. Die 137 jungen Hühner sind überaus zutraulich. Sie hüpfen Julia auf die Schulter, fressen ihr aus der Hand und genießen es, wenn sie gestreichelt werden.

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Schon als kleines Mädchen Kontakt zu Hühnern

Opa Sepp Kiesteiner hat seit über 50 Jahren Hühner und ist ebenso lange Mitglied im Geflügelzuchtverein Altenmarkt. Von und mit ihm hat Julia schon als kleines Mädchen viel über Hühner und deren Aufzucht gelernt. Seit 2013 beschäftigt sie sich selber intensiv mit der Züchtung von Zwerg-Wyandotten und Antwerpener Bartzwergen und tritt auch bei Geflügelschauen an.

Für die Züchtung ihrer eigenen Hühner hat Julia zunächst einige Eier ihrer bevorzugten Rassen gekauft und sich Zuchtstämme mit je einem Hahn und mehreren Hühnern aufgebaut. »Es macht einfach Spaß und es ist auch spannend zu sehen, was dann dabei rauskommt«, erzählt die 17-jährige Züchterin, die ein ganz besonderes Verhältnis zu allen ihren Tieren hat.

Um für eine Ausstellung besonders schöne und geeignete Tiere zu bekommen, braucht man eine große Schar, denn nicht alle entsprechen den Vorgaben in Farbe, Größe und Haltung. Und um sie richtig präsentieren zu können, muss ein Züchter auch eine Beziehung zu seinen Hühnern aufbauen. Sie sollen schließlich nicht scheu davonflattern, sondern sich ruhig verhalten und betrachten lassen. Von ihren bisherigen Erfolgen angestachelt, möchte Julia gerne noch weitere Farben bei ihren Hühnerrassen züchten und auf größere Schauen gehen.

»Wer züchten will, kann auch klein anfangen«

»Die Geflügelzucht ist ein Hobby, das die Umwelt nicht belastet und einige Vorteile bringt«, betont Hans Stoiber, der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Altenmarkt. Seiner Meinung nach könnte jeder, der einen Garten hat, leicht ein paar Hühner halten und damit den eigenen Bedarf an Eiern abdecken. Für ihn gilt: »Jedes Huhn in einem Garten ist eines weniger, das in einem Käfig oder einer Legebatterie leben muss.« Auch müsse man das Ganze nicht gleich im großen Stil betreiben wie Julia. »Wer züchten will, kann auch klein anfangen.«

Im Altenmarkter Verein sind derzeit acht Jugendliche gemeldet, von denen jedoch nur vier wirklich aktiv züchten. »Oft hören die jungen Leute dann irgendwann mal auf, weil andere Interessen Vorrang haben«, weiß Hans Stoiber, »aber wer das Züchten einmal im Blut hat, der kommt irgendwann wieder darauf zurück.« Julia ist in den Augen des Altenmarkter Vereinsvorstandes ein echtes »Paradebeispiel«, weil sie selber die Sache in die Hand genommen hat und sie voller Eifer betreibt. mix