weather-image
12°

Entstehungsgebiet des Bernsteins besucht

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Schüler und Lehrkräfte der Staatlichen Berufsschule II Traunstein waren beim Comenius-Projekttreffen über historische Handelsstraßen in Litauen: Oberstudienrätin Monika Hecker (von links), Monika Keller, Studiendirektor Konrad Obermaier, Serpil Akkaya, Anja Hitzelsberger, Alexandra Moser und Referendarin Inken Papenbroock (sitzend). (Foto: Buthke)

Traunstein. Zusammen mit ihren Partnerschulen in Kazla Ruda (Litauen), Celldömölk (Ungarn) und Bratislava (Slowakei) nimmt die Staatliche Berufsschule II in Traunstein seit dem vergangenen September an dem zweijährigen, von der EU finanziell geförderten Comenius-Projekt »Die Bedeutung historischer Handelsstraßen für Stadt und Region« teil.


In diesem Zusammenhang reisten nun die Teilnehmer aus Oberbayern zum Projekttreffen nach Litauen. Unter ihnen waren Berufsschülerinnen Alexandra Moser aus Altenmarkt, Anja Hitzelsberger aus Bad Reichenhall, Monika Keller aus Trostberg und Serpil Akkaya aus Unterneukirchen sowie Projektleiterin und Oberstudienrätin Monika Hecker, Studiendirektor Konrad Obermaier und Referendarin Inken Papenbroock.

Anzeige

Das Projekt hat zum Ziel, die Wurzeln für Handelsbeziehungen und Städtebau zu untersuchen und neu zu entdecken und natürlich auch den europäischen Gedanken zu festigen. Die Städte aller vier teilnehmenden Schulen liegen an alten Handelsstraßen, zum Beispiel an der Bernstein-, Salz- oder Römerstraße. Die Orte in Litauen, der Slowakei und in Ungarn verbindet sogar die alte Bern-steinstraße miteinander.

Da der erste Teil des Comenius-Projekts der historischen Spurensuche dient, erfuhren die Schüler im Litauischen Nationalmuseum in der Hauptstadt Wilna anhand von ar-chäologischen Funden interessante Einzelheiten über den Handel auf der Bernsteinstraße, der im ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus sehr ausgeprägt war. Ein besonderes Erlebnis war der Einblick, der den Besuchern im Anschluss an den Museumsrundgang in die Werkstätten der Restauratoren des Nationalmuseums gewährt wurde.

Über die städtebauliche Entwicklung von Wilna, das wegen seiner über 50 Kirchen auch »Rom des Ostens« genannt wird, konnten sich die Schüler bei einem Stadtrundgang einen umfangreichen Überblick verschaffen. Wie sich das Leben auf dem Land abspielte, lernten sie bei einem Abstecher zum Freilichtmuseum in Rumsiskes kennen, das auf ihrem Weg nach Kazla Ruda lag. Dort wurden die Gäste aus Deutschland, Ungarn und der Slowakei von ihren litauischen Projektpartnern mit Gesang und Tanz willkommen geheißen. Anschließend unterrichteten die Schüler sich über den Stand ihrer Recherchen, deren Ergebnisse in einer Dokumentation zusammengefasst werden sollen.

Wer über die Bernsteinstraße und ihre Geschichte ein Projekt durchführen will, der sollte auch etwas über das Entstehen und Vorkommen dieses »Steins« erfahren. Bernstein zählt zu den ältesten Schmuck- und Heilsteinen. Genau genommen handelt es sich beim Bernstein, der auch Amber oder mineralogisch Succinit genannt wird, jedoch um Baumharz, das vor Jahrmillionen aus Kiefern und anderen Nadelhölzern ausgetreten und ausgehärtet ist. Zwischen Skandinavien und dem Baltikum versank es mit den Wäldern in Sediment-schichten der Ostsee ab und wurde über Millionen von Jahren unter Luftabschluss und Druck zu Bernstein.

Bei rauer See wird Bernstein noch heute an den Strand gespült. Bei der anschließenden Wanderung an die Ostseeküste hatte allerdings keiner der Schüler das Glück, einen Bernstein zu finden. Bjr