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»Du musst finden, was dich glücklich macht«

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Alexander Huber, einer der beiden Huber-Buam, berichtete in der Aula des Johannes-Heidenhain-Gymnasiums von seinen extremen Klettertouren. (Foto: Mix)

Traunreut – Alexander Huber, einer der beiden »Huber-Buam«, ist nicht nur ein hervorragender Kletterer, er versteht es auch, seine Leidenschaft für die Berge gut rüberzubringen und zu motivieren. Die Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis elf am Johannes-Heidenhain-Gymnasium lauschten seinem Bericht mit großem Interesse und hörten am Ende seine Botschaft: »Man muss nicht unbedingt Weltmeister werden, um glücklich zu sein. Du musst nur das finden, was dich glücklich macht.«


Wie sein Bruder Thomas war auch Alexander Huber Schüler des Traunreuter Gymnasiums und absolvierte hier sein Abitur. Danach machte er ein Physik-Studium und begann nach dem Diplom sogar noch mit der Doktorarbeit, ehe er sich dann ganz fürs Klettern entschied.

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»Es ist einfach geil, dort oben zu stehen«

Die Berge haben die Eltern den Brüdern schon sehr früh nahe gebracht, erzählte Alexander Huber in der Aula des Gymnasiums. Vor allem der Vater habe ihnen gezeigt, was wichtig ist beim Bergsteigen: man dürfe den Berg nicht als Feind ansehen, den man bezwingen muss. »Bergsteigen ist etwas, das Sinn gibt im Leben. Und es ist einfach wahnsinnig geil, dort oben zu stehen und über den Dingen zu sein«, schwärmte der Spitzensportler.

Gute Kletterer brauchen ein Gespür für den Felsen

Gute Kletterer bräuchten Talent, Konzentration, ein Gespür für den Felsen und vor allem Kraft in den Fingern, die antrainiert werden muss. Denn die Huber-Buam klettern oft völlig ohne Sicherung, ohne Seil und Haken, und halten sich nur an natürlichen Griffen im Fels fest. »Fehler kannst du dir dabei nicht leisten, es gibt keine Sicherheitsreserve. Dieses Klettern ist eine ‚totsichere’ Angelegenheit«, erklärte Huber.

Ein gewisses Restrisiko gebe es dabei immer, weshalb auch eine gute Selbsteinschätzung notwendig sei. Auch müsse man sich bei diesem Sport mit der Angst auseinandersetzen, denn sie sichere das Überleben, und man dürfe nur machen, wovon man selber aus tiefstem Herzen überzeugt ist.

Die Klettertouren in der ganzen Welt hätten ihm und seinem Bruder wunderschöne Erlebnisse beschert. »Entscheidend ist nämlich nicht die Zahl der gelebten Jahre eines Menschen, sondern was er draus gemacht hat. Diese Erlebnisse prägen einen und bleiben für immer in Erinnerung.« Die Leidenschaft treibe ihn an und er gab seinen Zuhörern mit: »Es ist gut, etwas zu haben, für das man brennt. In dir drin muss es leuchten.«

Beim Vortrag an seiner ehemaligen Schule, zu dem auch frühere Lehrer von Alexander Huber gekommen waren, verzichtete der Kletterprofi auf ein Honorar und wünschte sich dafür eine Spende für die Himalaya-Karakorum-Hilfe e.V., die Direktor Dr. Robert Anzeneder auch zusicherte. mix