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»Beruflich ist jeder seines Glückes Schmied«

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Kai Weigand arbeitet bei Sternekoch Tim Raue in Berlin. Sein großer Traum ist irgendwann ein eigenes Restaurant.

Traunstein – Weil er in seiner Kindheit »nicht so das engagierte Lernkind und eher praxisorientiert war«, entschied sich Kai Weigand für die Mittelschule. Nach dem Abschluss im Jahr 2009 machte er eine Ausbildung zum Koch. Inzwischen ist der 22-Jährige Junior Souschef bei Sternekoch Tim Raue in Berlin.


Kai Weigand hatte nie viel Lust auf Hausaufgaben. »Außer es waren Themen, die mir gefallen haben.« Dann stand die Entscheidung zum Schulwechsel an. »Ich habe damals die Logik eines Viertklässlers gehabt: Geringer Schwierigkeitsgrad der Schule bedeutet auch wenig Hausaufgaben«, erzählt der 22-Jährige der Jugendredaktion. Die Wahl, die Mittelschule zu besuchen, hat er alleine getroffen. »Meine Eltern haben mich aber beraten und unterstützt. Sie haben mir aber keine Schule vorgeschrieben, auf die ich gehen soll.«

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»Die schönste Erinnerung war der Schulabschluss«

Die Jahre an der Franz-von- Kohlbrenner-Schule waren für den 22-Jährigen immer sehr positiv. »Meine Schulzeit war aufregend, ich habe viel erlebt und hatte Lehrer, die sich für einen interessiert und jemanden gefordert, aber auch gefördert haben«, erinnert sich Kai Weigand zurück. »Die schönste Erinnerung war natürlich, in der 10. Klasse den Schulabschuss zu feiern.«

Nach dem Mittelschulabschluss begann die Koch-Laufbahn des 22-Jährigen. »Ich habe eine Ausbildung im Landhaus Tanner begonnen und nach drei Jahren erfolgreich abgeschlossen.« Anschließend wollte er eigentlich das Fachabitur an der BOS nachholen, dies scheiterte jedoch an einer Geschichtsklausur. Also hat sich Kai Weigand wieder seinem Beruf gewidmet. »Ich wollte auch mal von Zuhause raus und Neues entdecken. Berlin war für mich schon immer eine ziemlich reizende Stadt, und so entschloss ich mich, nach Berlin zu ziehen.«

In Berlin angekommen hat sich Kai Weigand bei einigen Restaurants und Hotels beworben. »Mein Ziel war es, in die gehobene Sternegastronomie zu kommen.« Eine Bewerbung ging auch an das Sternerestaurant von Tim Raue, »der schon damals asiatisch inspiriert und puristisch« gekocht hat. Groß war die Freude, als eine Zusage kam. Im Januar 2013 hat der 22-Jährige in Tim Raues Restaurant als Jungkoch angefangen. »Nun bin ich Junior Souschef im Studio Tim Raue, einem der vier Restaurants in Berlin.«

»Jeder Koch träumt vom eigenen Restaurant«

Doch der 22-Jährige hat einen großen Traum: ein eigenes Restaurant. »Jeder Koch träumt davon, irgendwann mal ein eigenes Restaurant zu eröffnen.« Man müsse sich nur fragen: wann, wo, wie viele Sterne? Offen sei auch, wie lang der Weg bis dorthin dauert. »Aber mit dem bisher Erreichten kann ich auch schon sehr zufrieden sein.« So hat das Restaurant in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe an Auszeichnungen bekommen, wie die Michelin-Sterne, oder durfte für US-Präsident Barack Obama kochen. An diesen Erfolgen war auch Kai Weigand beteiligt.

Rückblickend sagt der 22-Jährige, dass die Mittelschule der richtige Weg für ihn gewesen ist. »Eltern würde ich empfehlen, ihre Kinder selbst entscheiden zu lassen, und keine Angst zu haben, dass ihre Kinder beruflich beziehungsweise schulisch nichts erreichen könnten. Denn beruflich ist jeder seines Glückes Schmied.« Der 22-Jährige übt aber auch Kritik: »Ich finde es eine Zumutung, einen Neun- beziehungsweise Zehnjährigen schon in der vierten Klasse vor die Entscheidung zum Schulwechsel zu stellen. In Zukunft wäre es sicher sinnvoller, dies erst später zu machen.«

Auch Schülern gibt Kai Weigand einen Rat mit auf den Weg: »Ihnen kann ich nur sagen, dass sie auf die Schule gehen sollen, die ihre Interessen am Besten widerspiegelt.«

Auch in der nächsten Zeit stellen wir auf der Jugendseite Schüler vor, die es mit der Mittleren Reife schon weit gebracht haben im Leben. Wenn auch du uns deine Geschichte erzählen willst oder jemanden kennst, der schon viel erreicht hat mit seinem Schulabschluss, dann melde dich bei der Jugendredaktion des Traunsteiner Tagblatts per Email an lokales@ traunsteiner-tagblatt.de. jar