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Zwei tolle Frühjahrstouren für ein Wochenende

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Der Hocheiser hat es in sich: Belohnt wird man nach dem kraftraubenden Anstieg mit Blicken zum Wiesbachhorn und Kitzsteinhorn.
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Am Sonnblickgipfel hat man ein herrliches Panorama – unter anderem sieht man etwa den Großglockner und den Venediger. (Fotos: Till)

Sonnblick und Hocheiser: Diese beiden Dreitausender in den Hohen Tauern eignen sich sowohl als Tages- als auch als Wochenendtouren für die Skitourengeher aus unserer Region: Zur Besteigung braucht man auch keine Gletscherausrüstung, da von diesen Gletschern nur noch kümmerliche Reste vorhanden sind.


Vor 50 Jahren war dies noch anders. Ich erinnere mich an einen Gletscherbruch, dort wo heute nur noch Felsen zu sehen sind. Trotz der dramatischen Folgen des Klimawandels sind diese Berge noch immer sehr lohnende Ziele. Deshalb fuhren meine Tochter Claudia und ich wieder einmal zum Enzinger Boden, dem Ausgangspunkt für beide Touren.

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Mehrere Varianten führen nach oben

Der Sonnblick eignet sich besonders für Sportler mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit. Denn während Claudia hier in 1500 Meter Seehöhe lostrabte, ließ ich mich per Seilbahn bequem zur Rudolfshütte schaukeln. Vom Alpinzentrum fährt man rund 100 Höhenmeter hinunter zum 2200 Meter hoch gelegenen Weißsee. Während Claudia noch über die Piste aufsteigen musste, fellte ich hier in aller Ruhe an und marschierte in einem großen Rechtsbogen um den zugefrorenen See und durch eine weite Mulde hinauf zu einer flachen Hochterrasse.

Von hier steigt man nun entweder links über einen steilen Hang zum oben flachen Teil des Sonnblicks auf oder man geht rechts am ehemaligen Gletscherbruch vorbei und in einem großen Linksbogen Richtung Hochfürlegg. An dessen Fuß wendet man sich wieder nach links und erreicht mit einigen Spitzkehren das Skidepot. Der steile Gipfelhang ist meist abgeweht und wird wegen der vielen »jungen Felsen« meist nur zu Fuß bestiegen.

Wir hatten Glück und genug Schnee und konnten bis zehn Höhenmeter unterhalb des Gipfels mit Skiern aufsteigen. Hier hatte sich heuer eine steile Wächte gebildet, die nur zu Fuß überwunden werden konnte. Während ich gerade abschnallte, rauschte auch Claudia schon heran und war in einer Art Speedbergsteigen in gut zweieinhalb Stunden 1600 Höhenmeter aufgestiegen.

Am Gipfel bot sich mit Großglockner und Venediger ein beeindruckendes Panorama. Claudia hatte ihre Ski auch die letzten Meter hochgeschleppt und konnte so direkt vom Gipfel sehr steil abfahren. Bei wechselndem Schnee bretterten wir dann zusammen, im wahrsten Sinne des Wortes, an zahlreichen Bergsteigergruppen vorbei, über die tollen Hänge hinunter zur Rudolfshütte und düsten weiter über die Piste hinab zum Enzinger Boden.

Man kann entweder hier oder in der Rudolfshütte übernachten und ist so bestens akklimatisiert, um am nächsten Tag auf den Hocheiser zu steigen. Denn es gilt die Faustregel: hoch steigen und tief schlafen.

Vom Enzingerboden sind es gut 1700 Höhenmeter, bis man den 3200 Meter hohen Gipfel erreicht. Zu Beginn durchquert man auf einer Forststraße einen meist vereisten Tunnel und steigt durch das Rötenkarl hinauf zum Tauernmoossee. Alternativ kann man von der Rudolfshütte auf der Piste ein kurzes Stück abfahren, um anschließend einen Moränenrücken zu überqueren, um so zum Tauernmoossee zu gelangen. Es folgt mit den Südwesthängen des Mitterbergs das steilste Stück der Tour, das häufig nur mit Harscheisen bewältigt werden kann. Anschließend steigt man weiter nach Osten bis zu einer Scharte und danach über das obere Hocheiserkees zuerst flacher, dann steiler auf einer Art Firnschneide zum Gipfel.

Belohnt wird man nach diesem kraftraubenden Anstieg mit Blicken zum Wiesbachhorn und Kitzsteinhorn. Die Abfahrt folgt dann entlang des Anstiegs. Bei gutem Firn bieten die rassigen Hänge einen solchen Abfahrtsgenuss, dass dieser Berg zu recht als einer der schönsten Skitourenberge der Ostalpen bezeichnet werden darf. Rudolf Till