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Posthume Auszeichnung für Albert Precht

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Lutz Maurer, Hanspeter Eisendle, Herta Precht und Hans Fuchs waren bei der posthumen Verleihung des »Paul-Preuss-Preises« an Albert Precht (mit der vom Siegsdorfer Künstler Walter Angerer geschaffenen Skulptur) sichtlich bewegt. (Foto: Kainzinger)

Es war eine höchst eindrucksvolle Veranstaltung, die drei Tage lang mehr als 1500 Besucher ins Kurhaus von Bad Aussee gelockt hatte: Zum ersten Mal fand im Ausseer Land, der Heimat des 1913 tödlich abgestürzten Paul Preuss, das vom Ausseer Kulturmanager Hans Fuchs initiierte »Internationale Paul-Preuss-Festival« statt. Paul Preuss (1886 bis 1913) gilt bekanntlich bis heute als der »Vater des Freikletterns« und beeinflusst mit seiner Philosophie vielleicht mehr denn je die Szene der besten Alpinisten, für die »Free Climbing« das wesentliche Maß ihres Tuns ist.


Die Veranstaltung hatte der mit Traunstein ja so eng verbundene Alexander Huber eröffnet, als er mehr als 450 Schülern und Jugendlichen auf höchst spannende Weise die Beweggründe für seine außergewöhnlichen alpinistischen Erfolge erklärte. Danach diskutierte er mit Salzburger Psychologie-Studenten über das Phänomen Angst, die auch ein motivierendes und nicht nur hemmendes Element sein kann.

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Am zweiten Tag stand das »natürliche Wahrzeichen« des Ausseer Landes im Mittelpunkt: der Loser. Vor fünfzig Jahren war mit dem Bau der Loserstraße begonnen worden, und aus diesem Anlass kam es zum Jubiläumsabend, bei dem die 250. Ausgabe von »Land der Berge« präsentiert wurde. »Der Loser – mein Zauberberg« heißt der grandiose Film, den Lutz Maurer für ORF III gedreht hatte: Der Loser einst und heute, von Kaiserin Elisabeth über Richard Strauss zum sehr beliebten »Sisi-Klettersteig«, mit Spielszenen wie mit grandiosen Naturaufnahmen.

Der nächste Tag brachte eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde, ausgehend vom Preuss´schen Grundprinzip »Das Können ist des Dürfens Maß« entwickelte sich unter der Leitung von BR-Redakteur Ernst Vogt (»Rucksackradio«) eine Gesprächsrunde, bei der man weit über die Auswüchse des Alpinismus hinausging und auch versuchte, anhand dieses Grundsatzes die exzessive Wirtschaftspolitik zu analysieren. Dr. Oswald Oelz brachte diese allgemeine Entwicklung mit »Ethik wird von Monetik verdrängt« auf den Punkt.

Preisverleihung als Höhepunkt

Den Schlusspunkt der Veranstaltung bildete die Verleihung des Paul-Preuss-Preises. Die Jury der Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft, der neben Reinhold Messner oder Lutz Maurer auch die beiden Siegsdorfer Fritz Petermüller und Willi Schwenkmeier angehören, hatte im Oktober 2014 während der Brixener Jury-Sitzung den Salzburger Albert Precht für seine großartigen, im Geiste von Paul Preuss erbrachten alpinen Leistungen als Preisträger 2015 bestimmt.

Precht wusste von dieser Ehrung, hat sie aber nicht mehr erlebt: Er stürzte im Mai dieses Jahres beim Klettern auf Kreta in den Tod. Seine Witwe Herta Precht übernahm, von Freunden und Seilpartnern ihres Mannes wie Joe Bachler oder Sigi Brachmayer begleitet, den Preis. Der Sterzinger Bergführer Hanspeter Eisendle, Preisträger 2014, hielt die bewegende Laudatio auf seinen toten Freund und Seilgefährten. WS