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Neues Kletterparadies: DAV-Gruppe Waging erfüllt sich Traum

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Fritz Amann führte in Originalausrüstung vor, wie man noch vor 50 Jahren kletterte.
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Auch bei den Kindern kam die neue Kletterwand auf Anhieb sehr gut an.

Mit der Einweihung der neuen Waginger Turnhalle ist auch ein lang gehegter Traum der DAV-Ortsgruppe Waging in Erfüllung gegangen. Die Marktgemeinde Waging hat den Einbau einer sportlich sehr ansprechenden Kletterwand in die neue Halle ermöglicht.


AV-Vorsitzender Michael Frumm-Mayr betonte bei der Einweihungsfeier in seinem Grußwort, dass immer mehr Menschen sitzend arbeiten, erfordere einen Ausgleich. Davon profitiere auch das Klettern. Die Entscheidung sei daher zukunftsweisend, fügte er hinzu. Frumm-Mayer bedankte sich besonders bei der Marktgemeinde, die mit einem baulichen Aufsatz eine attraktive Kletterhöhe bis fast elf Meter ermöglicht und die auch die Mehrkosten dafür getragen hat.

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Bernhard Parzinger für den Routenbau verantwortlich

Die Kosten der Kletterwand selbst hat der Alpenverein (Sektion und Ortsgruppe) aufgebracht – mit der Unterstützung zahlreicher Spender, darunter auch die Nachbargemeinden Wonneberg und Taching am See. Zudem leisteten die engagierten Mitglieder viele freiwillige Arbeitsstunden.

Den Routenbau hat maßgeblich der ausgebildete Routensetzer Bernhard Parzinger aus Taching geprägt. Fleißig eingebracht haben sich aber auch die sieben neuen Fachübungsleiter und Kletterbetreuer.

Zur Einweihung der Kletteranlage hatten sich die Kletterbeteuer unter Federführung von Fritz Amann einiges einfallen lassen. Im Mittelpunkt standen nicht sportliche Höchstleistungen, sondern die Hinführung zum Wesen des modernen Sportkletterns. Kommentiert von Thomas Bauer führte Fritz Amann zunächst in Originalausrüstung vor, wie man noch vor 50 Jahren kletterte. Man griff in alle Haken und wenn's gar nicht mehr anders ging, hängte man Schlingen oder sogar Trittleitern ein, um einen Halt für die Hände oder Füße zu gewinnen.

Das Gegenbeispiel, wie man also heute klettert, demonstrierte Hubert Willmann. Die Haken dienen nur noch zum Einhängen des Sicherungsseils, als Fortbewegungsmittel sind sie verpönt. Man darf im modernen Sportklettern bis zur Sturzgrenze klettern; mit einigen spektakulären Sturzübungen wurde das Funktionieren der Sicherungstechnik eindrucksvoll demonstriert.

Am Ende kam der große Auftritt der achtjährigen Kathi Amann. Sie zeigte, dass auch Kinder schon in der Lage sind, sehr anspruchsvolle Routen zu meistern. Ohne Scheu vor den weit ausladenden Überhängen durchstieg sie die Wand bis zum Dach.

Nach dieser Einführung erwies sich die Kletterwand gleich als besonderer Anziehungspunkt für die zahlreichen Besucher und wurde besonders von den Kindern umringt, die ihre Kletterkünste bis zur »Bouldergrenze«, bis zu der seilfrei geklettert werden darf, erproben durften. Vor den Überhängen, die so manchem Besucher gehörigen Respekt einflößten, zeigten sich die jungen Kletterfüchse unbeeindruckt und mussten öfters daran erinnert werden, dass an der blauen Linie Schluss ist.

Große Freude über zwei Spenden

Vor der offiziellen Freigabe der Kletterwand konnten der Waginger AV-Vorstand Michael Frumm-Mayer und der Teisendorfer Sektionsvorstand Franz Waldhutter zwei Spenden entgegennehmen. Reinhard Kraft überbrachte als Spende der Firma Sport Krenn die Grundausstattung an Seilen, Gurten und Sicherungsgeräten, die für die Durchführung von Kursen, vor allem für Kinder und Jugendliche, gebraucht werden. Für die Raiffeisenbank Oberbayern-Südost überreichte Christian Wengler einen Spendenscheck über 1000 Euro. fb