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Jetzt gibt es wieder perfekte Bedingungen

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Der Transporthubschrauber – hier mit Blick zum Weitlahnerkopf – brachte mit zwei Flügen zuerst das Personal und dann die Transportsäcke auf den Berg.

Aus »grauer Vorzeit« stammte scheinbar die Seilsicherung auf einem beliebten Gipfel der heimischen Berge, dem Weitlahnerkopf. Seine Besteigung – mit grandioser Aussicht bis zum Alpenhauptkamm – wird von vielen Wanderern gern auch für Mehrtagesetappen von Hütte zu Hütte im Bereich des Prien- und Achentals absolviert. Die in seiner Nordflanke am felsigen Gipfelaufbau vorhandene Seilsicherung war in die Jahre gekommen, die Seile aufgespleißt, brüchig und beschädigt und barg bereits die eine oder andere Verletzungsgefahr. Es wurde also Zeit, diese zu erneuern. Der Wegereferent Gerfried Bock der Sektion Achental des Deutschen Alpenvereins (DAV) leistete die notwendigen Vorarbeiten und brachte die Baumaßnahme in Abstimmung mit dem Sektionsvorstand auf den Weg. Bei der Gelegenheit sollten auch zwei Schilderpfosten, die den Belastungen des Schnee- und Eisdrucks des vergangenen Winters nicht standgehalten hatten, erneuert werden. Eine Spezialfirma aus dem Allgäu wurde auf der Grundlage der aktuellen Vorgaben für solche Anlagen beauftragt.


Nun war es dann so weit. Der Wegereferent und die Monteure der Baufirma trafen sich früh morgens bei den Hinteren Dalsenalmen. Rund 280 bis 300 kg Material, Gerätschaften und Werkzeuge mit Zubehör wurden unter den neugierigen Blicken der von den Wiesenhängen herbeigeeilten Kühe aus dem Fahrzeug der Baufirma in große weiße Kunststoff-Transportsäcke geladen und so für den Transport mittels Hubschrauber in die Gipfelregion des Weitlahner vorbereitet. Pünktlich ertönte dann jenseits der Kampenwand das dröhnende Geräusch des herannahenden Hubschraubers. Mit zwei Flügen wurden zuerst das Personal und dann die Transportsäcke auf den Berg gebracht. Gerfried Bock lachte: »So schnell war ich noch nie auf einem Gipfel!«

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Zug um Zug wurde die alte Seilanlage von oben nach unten demontiert und die Löcher für die zusetzenden Anker mit schweren akkubetriebenen Maschinen gebohrt. Der Bohrstaub musste aus den Löchern geblasen werden, um das Abbinde-und Aushärtungsverhalten des Spezialklebers nicht zu beeinträchtigen.

Der Wegereferent konnte beobachten, dass die Sektion Achental wirklich echte Experten »an Land« (bzw. auf den Berg) gezogen hatte: Die Arbeiten liefen wie am Schnürchen. Am Abend waren die Arbeiten beendet. Für das Team begann nun der letzte schwierige Einsatz: der Abstieg zu Fuß. In gelbgolden strahlendem Abendlicht wurden mit bedächtigen Schritten unter hoher Konzentration die gut einen halben Zentner schweren Rucksäcke und Kraxen im wahrsten Wortsinn über Stock, Wurzeln und Stein zu den Fahrzeugen bei den Hinteren Dalsenalmen getragen. Der Schrott und das Altmaterial der abgebauten Anlage, sowie ein Teil des Werkzeugs und des Materials liegen noch auf dem Berg und warten darauf, von einigen Mitgliedern der Sektion hinuntergetragen zu werden. fb

Blattl Sonntag Traunstein