weather-image
Innenminister Herrmann ehrt Küblbeck, Mayer und Tegethoff für ihre außergewöhnliche Leistungen in der Bergwacht

»In meinen Augen sind sie wahre Helden des Alltags«

Der ehemalige Regionalleiter der Bergwacht Chiemgau, Thomas Küblbeck aus Marktschellenberg, ist mit der goldenen Leistungsauszeichnung für besondere Verdienste um die Bergwacht Bayern geehrt worden. Die Ehrung nahmen Innenminister Joachim Herrmann zusammen mit dem Präsidenten des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), Theo Zellner, sowie Otto Möslang von der Bergwacht Bayern in München vor.

Der ehemalige Regionalleiter der Bergwacht Chiemgau, Thomas Küblbeck aus Marktschellenberg (Zweiter von links), wurde von BRK-Präsident Theo Zellner (von links), Innenminister Joachim Herrmann sowie Otto Möslang von der Bergwacht Bayern in München für seine Verdienste ausgezeichnet. (Fotos: Gronau, Bergwacht Bayern)

Auch Küblbecks ehemaliger Stellvertreter Engelbert Mayer aus Inzell und der stellvertretende Leiter der Bergwacht-Lawinen- und Suchhundestaffel Chiemgau, Achim Tegethoff aus Marquartstein, wurden geehrt. Sie bekamen jeweils die Auszeichnung in Silber.

Anzeige

365 Tage im Jahr im Einsatz

In seiner Festrede bedankte sich Herrmann für die herausragenden Leistungen: »Die Bergwacht-Helfer sind 365 Tage im Jahr, Tag und Nacht, selbstlos und ehrenamtlich für ihre Mitmenschen da – manchmal in auch für sie selbst lebensgefährlichen Situationen. In meinen Augen sind sie wahre Helden des Alltags!«

Thomas Küblbeck ist seit 1978 Mitglied der Bergwacht. 1988 wechselte er von der Bereitschaft Rosenheim nach Marktschellenberg. Bereits ein Jahr später wurde er Kassier.

Schnell übernahm er Führungsverantwortung und leitete ab 1993 für 16 Jahre die Bereitschaft Marktschellenberg, in der er sich auch an der Aus- und Fortbildung der Kameraden beteiligte. Als die Bergrettungswache, die nun im Feuerwehrhaus integriert ist, neu gebaut wurde, musste das Depot geräumt werden. Küblbeck stellte selbstlos zur temporären Unterbringung des Materials den noch nicht ausgebauten Keller seines neuen Hauses zur Verfügung, in dem sogar der Funktisch aufgebaut und mit einer provisorischen Antenne in seinem Garten betrieben wurde.

Achim Tegethoff aus Marquartstein, bekam die Auszeichnung in Silber.

Das Einsatzaufkommen war in diesen Jahren durch die Ostöffnung dann so unerwartet hoch, dass die derartige Frequentierung des Kellers durch die Bergwacht schon manchmal zu innerfamiliären Diskussionen führte. Als Einsatzleiter begleitete er unzählige, schwierige Bergrettungen. Er setzte sich stets mit vollem Engagement für seine Bergwacht-Bereitschaft und von 2005 bis 2017 als Regionalleiter für seine Region Chiemgau ein und vertrat seinen Standpunkt stets hartnäckig. »Für seine besonderen Leistungen bedanken wir uns mit dem Ehrenzeichen Gold der Bergwacht Bayern«, lobte Herrmann.

Engelbert Mayer gehört seit seinem Eintritt in die Bergwacht Inzell 1972 zu den Leistungsträgern der Bereitschaft. Hermann hob hervor: »Vorbildlich sind sein großes Engagement und seine Leistungsbereitschaft, die er in vielen Funktionen unter Beweis stellt.« Seit 1972 ist er bei zahlreichen Einsätzen eine nicht zu ersetzende Einsatzkraft, die mit Erfahrung, Geschick und Ideenreichtum ein Optimum für die Patienten und die Mannschaft herausholt.

Vor schwierigen Einsätzen scheute er sich nicht. So war er bei den außergewöhnlichen Einsätzen in der Region wie dem Waldbrand am Thumsee 2013, dem Riesending-Höhleneinsatz 2014 im Untersberg und bei mehreren Lawineneinsätzen dabei. In seiner Zeit an der Spitze der Bergwacht Inzell war er die treibende und organisierende Kraft – immer auf der Suche nach Verbesserung durch Veränderung. Von 2013 bis 2017 engagierte er sich als stellvertretender Regionalleiter für die Bergwacht Chiemgau. »Er ist mit Leib und Seele bei der Bergwacht! Wir bedanken uns für sein unermüdliches Engagement«, lobte Innenminister Herrmann.

Immer wieder bei schweren Einsätzen gefordert

Achim Tegethoff ist seit 1981 bei der Bergwacht Marquartstein und hat sich in vielen Bereichen wie Kassenführung, Ausbildung und Jugendarbeit seitdem verdient gemacht. Er beteiligte sich an zahlreichen, zum Teil schweren Einsätzen im Marquartsteiner Dienstgebiet, aber auch regional und überregional. Als Hundeführer hat er etwa 2006 beim Eishalleneinsturz in Bad Reichenhall Verschüttete aufgespürt. Beim Riesending-Höhleneinsatz war er als Einsatzleiter vor Ort.

Er ist aktuell bestellter Einsatzleiter, Hundeführer, Höhlenretter und Mitglied des Ausbildungsteams. Hermann sagte in seiner Laudatio: »Diese lange Zeit des ehrenamtlichen Engagements mit viel Motivation und Herzblut verdient unsere größte Anerkennung. Für sein außergewöhnliches Engagement bedanken wir uns heute mit dem Ehrenabzeichen in Silber der Bergwacht Bayern.« ml

Auch Engelbert Mayer aus Inzell wurde in München geehrt.