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Erste Schritte auf dem Weg zur Weltspitze

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Jörg Rauschenberger (vorne) gehörte früher selbst zu den besten deutschen Skibergsteigern. Am Wochenende gab er seine Erfahrungen an die nächste Generation an Skibergsteigern weiter.
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Der Skibergsteiger-Nachwuchs legte sich beim abschließenden Wettkampf mächtig ins Zeug. (Fotos: Schmid)

Viel gelernt und erlebt haben 40 Jugendliche aus zehn Nationen beim Internationalen Skitourencamp im Berchtesgadener Land. Der Deutsche Alpenverein, die Sparte Skibergsteigen des Österreichischen Skiverbands und die International Skimountaineering Federation (ISMF) boten den Nachwuchsskibergsteigern ein abwechslungsreiches Programm.


»Die letzten Tage waren ein voller Erfolg. Trotz der schlechten Schneeverhältnisse hatten wir auf der Loferer Alm und in Obertauern gute Bedingungen für das Jugendcamp. Es ist einfach schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Jugendlichen bei der Sache sind«, fasste Matthias Keller vom Deutschen Alpenverein das Internationale Jugendcamp für Skibergsteiger zusammen.

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Die Teilnehmer im Alter von 10 bis 19 Jahren kamen in diesem Jahr aus den USA, Bulgarien, Deutschland, Österreich, Slowenien, Türkei, Slowakei, Portugal, Polen und Rumänien. Wie selbstverständlich unterhielten sich Teilnehmer des internationalen Jugendcamps untereinander in englischer Sprache. Bestens untergebracht waren die Teilnehmer mit ihren Betreuern in einem Hotel in Bad Reichenhall.

Den Auftakt des Camps machte Anton Palzer, der längst auch in internationalen Kreisen bekannt ist, mit einem kurzweiligen Vortrag über seinen Weg in die internationale Weltspitze des Skibergsteigens. Er stand den Jugendlichen Rede und Antwort und freute sich über die zunehmende Begeisterung an seiner Lieblingssportart. »Die haben alle genauso viel Spaß am Skibergsteigen wie ich. Schon super, was an diesem Wochenende ermöglicht wird.«

An den beiden nächsten Tagen stand tagsüber die praktische Ausbildung im Mittelpunkt. Aufgeteilt in Kleingruppen erklärten geprüfte Polizeiberg- und Skiführer vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd und rennerfahrene Heeresbergführer vom Verband Deutscher Heeresbergführer, worauf es beim wettkampfmäßigen Skibergsteigen ankommt. »Wir haben den Jugendlichen gezeigt, wie man Spitzkehren geht, wie man die Felle möglichst schnell ab- und aufziehen kann und wie man die Ski bei einer Tragepassage am Rucksack befestigt. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie schnell alle das umsetzen, was wir ihnen gezeigt haben. Mich hat's vor allem gefreut, dass sie das alles am Samstag bei unserem kleinen Wettkampf gezeigt haben«, sagte Jörg Rauschenberger vom Verband Deutscher Heeresbergführer.

Neben den technischen Anteilen des Skibergsteigens feilten die Camp Guides an der Geh- und Gleittechnik auf Skiern und gaben Tipps für die Abfahrtstechnik mit den dünnen Rennskiern. Neben vielen praktischen Stunden auf Ski und Schnee lernten die Skibergsteiger abends noch so einiges, wie sie ihr Training planen und effizienter gestalten können.

Cornelius Unger gibt sein Wissen weiter

Mit Cornelius Unger, der seit einigen Jahren für die DAV-Nationalmannschaft Skibergsteigen bei internationalen Rennen am Start ist, war einer der derzeit besten deutschen Skibergsteiger mit dabei. »Ich habe einfach ein gutes Gefühl, wenn ich etwas weitergeben kann, was den Jugendlichen hilft, besser zu werden. Die Inhalte, die in den vier Tagen vermittelt werden, decken alles ab, was du für das wettkampfmäßige Skibergsteigen brauchst«, fasste Unger seine Eindrücke zusammen. Auch der Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, Alex Lugger, gab seine langjährigen Erfahrungen von vielen Weltcuprennen an den Nachwuchs weiter.

Im Gespräch mit drei Jugendlichen aus Slowenien wurde schnell klar, wie ihre zukünftigen Ziele aussehen. »Ich will mal im Weltcup laufen. Mein großes Vorbild ist Nejc Kuhar (bester slowenischer Skibergsteiger, Anm. d. Red.)«, sagte einer von ihnen selbstbewusst.

Besonderes Augenmerk legten die Bergführer auf die Ausbildung im Bereich der Lawinenverschüttetensuche. Für viele der Jugendlichen war dieses Themengebiet völlig neu, weshalb sie den Camp Guides dabei besonders aufmerksam folgten. Ein Bergführer sorgte mit einem Vortrag sowie einem Workshop im Schnee für die entsprechenden Grundlagen.

Die Teilnehmer konnten das Erlernte auch bei einem Skitourenwettkampf unter Beweis stellen. Der Parcours forderte ihnen im Aufstieg, in der Abfahrt und auch in der Tragepassage alles ab, was sie zuvor gelernt hatten. Camp-Bergführer Rauschenberger hatte mit seinem Team einen hervorragenden Rundkurs mit rund 300 Höhenmeter präpariert, den die Jüngsten einmal und die Größeren zwei Mal zu absolvieren hatten. Beachtlich: Die schnellsten Läufer brauchten für eine Runde gerade einmal 18 Minuten! Und auch die Allerjüngsten zeigten mit gerade einmal zehn Jahren, dass sie schon echte Skibergsteiger sind. Johannes Schmid