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Eine unglaubliche Fernsicht wartet am Ziel

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Vom Bergsteigergrab am Wilden Kaiser sieht man die Gruttenhütte, im Hintergrund sind die markanten Gipfel des Kaiserkopfs und des Treffauers zu sehen. (Foto: Mühlbacher)

Oft hat der Mensch den Wunsch, dem Alltag zu entfliehen und Ruhe zu suchen. Da locken gerade auch die herbstlichen Tage zu einer Wanderung. Doch wohin? Einen passenden Tourentipp hat Richard Mühlbacher aus Traunstein parat. Er wanderte unlängst mit seiner Frau zum Bergsteiger-grab am Wilden Kaiser.


Bei der Planung der Tour muss man in dieser Jahreszeit auch eines beachten: Viele Hütten haben bereits geschlossen, den Proviant muss man also selber mitnehmen. Die Anreise erfolgt mit dem Auto. Zunächst geht es nach Going, gleich nach dem bekannten Stanglwirt muss man in Richtung Ortsteil Prama zum Parkplatz Taubenbichlgraben abbiegen. Mitten im Wald ist dann Schluss mit der Fahrt. Hinter der Schranke beginnt gleich der Aufstieg – zuerst auf einer Forststraße, vorbei an der Tannbichlkapelle bis zur ersten Wegzweigung.

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Der Weg zieht sich durch den Bergwald hinauf

Nun muss man sich links halten und die Forststraße wechselt in einen angenehmen, am Bach verlaufenden Weg. So folgt man weiter der Beschilderung zum Baumgartenköpfl. Der Weg zieht sich durch den Bergwald hinauf und immer wieder gibt es zwischen Baumlücken Blicke ins Tal und gegenüberliegend sieht man die sanften Grashügel vom Hartkaiser und Astberg. Weiter schlängelt sich der Weg hinauf und wird schmäler und ein gut zu gehender Steig bringt uns über die Waldgrenze hinaus. Sichtbar wird nun Kitzbühel mit dem Hahnenkamm.

Doch wo ist unser Gipfel? Der Blick richtet sich in Richtung Gaudeamus Hütte, die vor uns sichtbar wird. Im Hintergrund ist die Gruttenhütte mit der Ellmauer Halt zu sehen, um nur einen bekannten Gipfel des Kaisers zu nennen. Der Steig zieht sich zwischen Latschen und einigen Treppen weiter hinauf in östlicher Richtung. Der Blick geht hinauf zum Großen Törl – und plötzlich steht man auf einer kleinen Scharte, die uns die Ackerlhütte und das Almgebiet der Regalm näher bringt.

Nochmals zeigt uns ein kleiner Wegweiser unser Ziel, welches nun sehr nahe liegt. In fünf Minuten hat man den kleinen Gipfel erreicht. Das Baumgartenköpfl mit 1572 Meter ist unser Gipfelsieg. Daneben unweit vom Gipfelkreuz findet der Wanderer das Much-Wieser-Grab, bekannt auch als Bergsteigergrab. Einige Tafeln erinnern an die Bergsteiger, die hier am Kaiser ihr Leben gelassen haben. Ein kleines Kreuz aus Eisen, ein Gipfelkreuz in Miniatur, lädt zum Verweilen und Nachdenken ein.

Brotzeit und Fernsicht auf einmal genießen

Auf einer kleinen Bank findet man dann einen guten Platz für die Brotzeit – und kann dort auch die unglaubliche Fernsicht auf sich wirken lassen. Man hat eine grandiose Aussicht auf die Berge vom Venediger Massiv bis zum Großglockner. Schnee und Eis glitzern von der Ferne und die Farbenpracht des Bergwaldes zieht uns in seinen Bann. Der Abschied vom Gipfel fällt schwer mit dieser grandiosen Aussicht.

Zum Abstieg wählen wir die Route über die Obere Regalm, die unterhalb der Ackerlhütte liegt. Der Weg zieht sich anfangs steil hinunter und wird auf den Almflächen wieder flacher und es bleibt noch die Aussicht auf den Alpenhauptkamm. Nochmals machen wir eine kurze Rast auf der Regalm. Ein schmaler Fahrweg zieht sich hinunter zum Rehblaikgraben und auf einem guten Waldweg geht es talwärts in Richtung Parkplatz. Eine wirklich lohnende Rundtour im Spätherbst auf schmalen Wegen und Steigen mit durchaus alpinen Charakter liegt hinter uns. Nach einer Gesamtgehzeit von etwa vier Stunden erreichen wir wieder unser Auto.