weather-image
20°

Eine hochalpine Halbtagestour für Langschläfer

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Das Ziel der Skitour, die auch jetzt noch gut zu machen ist, ist der Hohe Riffler.
Bildtext einblenden
Am Gipfel hatten die Skitourengeher ein herrliches Panorama und einen freien Blick auf den Schlegeisspeichersee.
Bildtext einblenden
Auch an der sogenannten »Gefrorenen Wand« kommt man vorbei.

Für die meisten Frühjahrsskitouren, wie etwa dem Hohen Sonnblick, muss man sehr früh aufstehen, um wegen der fortschreitenden Tageserwärmung rechtzeitig am Gipfel zu sein. Nicht so am Hohen Riffler, einem fantastischen Aussichtsberg inmitten der Zillertaler Alpen. Für diese kleine, aber feine Genusshochtour genügt es, das warme Federbett erst um 6 Uhr zu verlassen, um nach Hintertux zu düsen. Der »Gletscherbus«, so nennt sich die Gletschergondelbahn, shuttelt dann die Nachteulen hinauf zum Tuxer-Ferner-Haus.


Hier heißt es anfellen, um unterhalb der »Gefrorenen Wand« nach Osten in die »Große Mulde« zu queren. Wer bei hartem Schnee Schwierigkeiten hat, entlang der steilen Hänge zu traversieren oder wem die Schneeverhältnisse zu unsicher erscheinen, der kann stattdessen auch ein kleines Stück zum Spannagelhaus abfahren und durch die riesige Mulde zum Schwarzbrunner Kees aufsteigen. Der darüber liegenden Rampe weicht man nach links aus und erreicht das Federbettkees. Im weiten Bogen dreht man nun gen Süden, um in angenehmer Steigung über die weithin leuchtende Firnmütze auf den 3231 Meter hohen Gipfel dieses großartigen Aussichtsbergs zu gelangen.

Anzeige

Hier eröffnet sich dem Skitourengeher ein atemberaubendes Panorama. Steht er doch inmitten der beeindruckenden Gletscherwelt des Alpenhauptkamms und sieht tief unter sich den Schlegeisspeichersee, an dem eine der schönsten Transalprouten zum Pfitscher Joch vorbeiführt. Hat das Staunen ein Ende, so hat der Skifahrer mehrere Möglichkeiten für die Abfahrt.

Es sind mehrere Varianten möglich

Am einfachsten ist es, durch die große Mulde entlang der Aufstiegsroute zum Spannagelhaus abzufahren und über einen kurzen Gegenanstieg zurück auf die Piste zu gelangen. Bei harten Schneeverhältnissen bietet die Muldenform die Möglichkeit, in ihre teilweise sausteilen Flanken auszuweichen und Firn zu finden. Statt zur Piste aufzusteigen, kann man auch weiter in die Kleegrube abfahren, um bei der Sommerbergalm die offizielle Skipiste zu erreichen.

Bei sicheren Verhältnissen bietet sich eine steile Abfahrt direkt vom Schwarzbrunner Kees in die Kleegrube an. Sehr gute Skifahrer gelangen über das Federbettkees zur Oberen Rifflerscharte, um von dort sehr steil in das Bodenkar bis ins Tal abzufahren.

Gute Skibergsteiger können eine Ganztagesskitour daraus machen und von der Oberen Rifflerscharte über die Napfspitze und einen Grat zur Reaslspitze gelangen, um von hier wiederum sehr steil in das Grierer Kar und weiter nach Juns bei Lanersbach abzufahren. Mit einem zweiten hier abgestellten Fahrzeug oder dem Bus geht es dann zurück nach Hintertux, um von hier, gleichwohl welche Variante man gewählt hat, nach einem tollen Tourentag zufrieden nach Hause zu fahren. Rudi Till