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Ein würdiger Preisträger

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Lutz Maurer (rechts) überreichte den Preis an Hansjörg Auer. Die überreichte Paul Preuss-Skulptur ist ein Werk des Siegsdorfer Künstlers Walter Angerer d. J. (Foto: Stefania Ventura)

Das zweifellos bedeutendste Festival im Bereich Alpinismus, der IMS (International Mountain Summit), fand vor kurzem wieder in Brixen statt. Über vier Tage wurde einem internationalen Publikum, darunter viele Bergbegeisterte aus Bayern und Österreich, ein abwechslungsreiches Programm geboten.


64 Referenten aus acht Ländern, Extremalpinisten, unter ihnen Reinhold Messner, Uli Steck, Hanspeter Eisendle, sowie Mediziner, Film- und Medienschaffende und Persönlichkeitsberater boten eine Woche lang eine Veranstaltungsreihe zum Thema Bergsteigen und Bergerleben, die ihresgleichen sucht. Filme, Vorträge, Symposien, Diskussionen und Aktionen wechselten sich jeweils über den ganzen Tag verteilt ab.

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Freesolo-Durchsteigung der Südwand der Marmolada

Höhepunkt und spektakulärer Abschluss war die Übergabe des renommierten Paul-Preuss-Preises, mit dem die Internationale Paul-Preuss-Gesellschaft diesmal den Tiroler Extremkletterer Hansjörg Auer auszeichnete. Auer wurde bekannt durch seine FreesoloDurchsteigung der Südwand der Marmolada in den Dolomiten auf der Route »Weg durch den Fisch« und andere spektakuläre Kletter-Projekte.

Mit dem Votum der Jury, der auch drei Mitglieder der Alpenvereinssektion Traunstein, Willi Schwenkmeier, Malte Roeper und Fritz Petermüller angehören, wurden damit die außergewöhnlichen, im Sinne von Paul Preuss, des legendären »Vaters der Freikletterer«, erbrachten Leistungen Auers gewürdigt. Oswald »Bulle« Oelz, profilierter Höhenmediziner und selbst international aktiver Bergsteiger, beleuchtete dies in seiner eindrucksvollen Laudatio dann genauer.

Dramatische Rettungsaktion am Mount Kenia

Mit dem anschließenden Film »Still Alive« feierte Reinhold Messner seine Premiere als Regisseur und führte gemeinsam mit den Protagonisten die folgende, spannende Diskussion. Atemlos verfolgten die rund 600 Zuschauer diesen Film, in dem Messner die dramatische Rettungsaktion am Mount Kenia rund um die beiden Kletterer und Ärzte Gerd Judmaier und Oswald Oelz, die sich im Jahr 1970 ereignet hat, erzählt. Die beiden wurden in der filmischen Umsetzung von Hansjörg und Vitus Auer authentisch dargestellt.

Messner hat mit diesem gelungenen Debüt eine neue Facette seines Schaffens gezeigt, die ihm wenige zugetraut haben. Sein großes Vorbild für die Regiearbeit war ganz offensichtlich die »Land der Berge«-Sendereihe, die seit mehr als 25 Jahren im ORF ausgestrahlt wird und die aufgrund ihrer inhaltlichen Qualität zum Besten zählt, was im TV-Bereich zum Thema Alpinismus zu sehen war. Redakteur Lutz Maurer, der auch der Obmann der Internationalen Paul-Preuss-Gesellschaft ist und ebenfalls in Brixen dabei war, beglückwünschte Messner zu seinem Erstling. fp