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Ein Klassiker zum Abschluss der Saison

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Die allerbesten Aussichten: Diese Tour hatte sich wahrlich gelohnt.
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Auf die beiden Tourengeher warteten herrliche Abfahrten.

Nachdem sich der Winter noch einmal zurückgemeldet hatte, war noch eine Skitour fällig. Mit einem Bergkameraden suchte unser freier Mitarbeiter Manfred Zeis im Internet nach Verwertbarem – und schon war ein Klassiker gefunden: die Kitzbüheler Alpen, Berge die gleich von mehreren Seiten aus skitauglich sind.


Nach dem Blick in die Landkarte entschlossen sich die beiden, die Tour von Zell am Ziller über das Pistengebiet Zillertal Arena anzugehen, das seinen Betrieb schon eingestellt hatte. Über die Inntalautobahn und das Zillertal wurde der Gerlosberg und die Mittelstation der Karspitzbahn auf 1300 Meter angesteuert.

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Am Ende der Fahrstraße zogen die beiden dann frühmorgens, die Ski noch geschultert, taleinwärts. Nach nur fünf Minuten Tragezeit konnten die Skitourengeher in die Bindung einsteigen. Über eine steile Kunstschneepiste, der Schnee war gut durchgefroren, wurde die Waldstufe mit zahlreichem Zirbenbestand, hinten gelassen. Oberhalb der Waldstufe zeigte sich, warum die Kitzbüheler Alpen als Tourenziele so beliebt sind. Über den beiden leuchteten freie Hänge, abwechslungsreich gestuft und gepolstert mit Neuschnee.

Auf der Karspitze angelangt gab es nur eine kurze Verschnaufpause, denn es stand die kurze Abfahrt über den mäßig steilen Osthang zum gefrorenen Roßsee bevor, der gegen 10 Uhr schon ideal aufgefirnt hatte. Das Wetter war viel zu schön zum Herumhocken, Zeit und Kondition reichten noch für einen Wiederanstieg zum Übergangsjoch auf 2500 Meter.

Nachdem es nochmals kräftig geschneit hatte, präsentierte sich die Landschaft in glitzerndem Festtagsgewand. Ringsum lockt ein enorm vielseitiges Tourengelände. Zur Auswahl standen weite Böden und steile Flanken. Der kurzen Abfahrt ins Tal der Wilden Krimml, bei wechselhaftem Schnee, folgte ein begeisternder Aufstieg über den breiten Nordhang zum Kreuzjoch, dem höchsten Punkt der Kitzbüheler Alpen. Nur allerbeste Aussichten gab es von hier zu den im Süden majestätischen Eisgipfeln der Reichenspitzgruppe, Zillertaler und Kitzbüheler Alpen und vor allem auf eine exklusive Abfahrt.

Das anschließende Schwingen bei bestem Pulverschnee, der nahtlos in Firn überging, gab dieser Tour eine weitere Bereicherung. Nach dem Wiederanstieg zum Übergangsjoch wählten die beiden Tourengeher eine weitere Abfahrtsvariante, über einen westseitig ausgerichteten, schön kupierten Kessel.

Durch die zweistelligen Plusgrade am frühen Nachmittag, war die Schneeoberfläche schon ziemlich weich, aber noch gut zu fahren. Am Roßsee wurden zum letzten Mal die Felle angelegt und im Angesicht einer großartigen Bergkulisse stieg man gemächlich ins verwaiste Pistengebiet auf. Selbst bei einem Rekordsprint wäre an diesem Tag keine perfekte Firnabfahrt über die verbleibende Piste möglich gewesen, der Wärmeeinbruch hatte die Schneedecke mit Neuschneeauflage beträchtlich angenagt. Mit viel Kraftaufwand wurde die Abfahrt über weite, optimal steile Hänge gemeistert. Schneller als erwartet war die einsame Mittelstation der Karspitzbahn erreicht und eine herrliche, aber auch anstrengende Tour mit grandiosem Blick ins grüne Zillertal, nahm sein Ende. Fazit: eine lohnende Skitour für die Pistennachsaison mit interessanten Varianten.