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Diese Gegend lässt Biker-Herzen höher schlagen

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Das Narzissenfest hat viele Höhepunkte zu bieten: In diesem Jahr konnten die Besucher Tom und Jerry – angefertigt aus Narzissen – auf dem Grundlsee bewundern.

»Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein!« So heißt ein Satz in einem berühmten Operettenlied – und das auch völlig zurecht, da in dieser herrlichen Landschaft mit Bergen, Flüssen und Seen die Menschen schon seit jeher Urlaub machen.


Selbst zu Zeiten der österreichischen Monarchie wusste das kaiserliche Paar Franz und Sisi dies Idylle zu schätzen und verbrachte hier ihre Sommerfrische. Sicherlich haben sie schon damals die Narzissen in den blühenden Bergwiesen bewundert.

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Im Ausseerland feiert man seit Jahrzehnten auch das berühmte Narzissenfest. In diesem Jahr fand es bereits zum 60. Mal statt! Der Termin für 2020 steht ebenfalls schon fest – und zwar wird dann von 21. bis 24. Mai gefeiert. Neben dem Besuch des Narzissenfests kann man in der Region aber noch vieles mehr machen – beispielsweise Mountainbiken! Im Salzkammergut und insbesondere im Ausseerland sind zahlreiche Rad- und Bikerouten ausgeschildert, zudem werden kostenlos Führer, Karten und GPS-Daten angeboten.

Und man kann einen Radurlaub auch wunderbar mit dem Besuch des Narzissenfests kombinieren! Einer der Höhepunkte des größten Blumenfests Österreichs ist der Stadtkorso in Bad Aussee. Die Besucher können dabei unter anderem im Zentrum von Bad Aussee 25 Figuren aus wilden Narzissen bewundern und fotografieren. Den Stadtkorso begleiten dann zahlreiche Trachtengruppen und Musikkapellen zum Grundlsee. Dorthin führt auch ein wunderbarer Waldweg entlang der Grundlseetraun. Am See geht das Fest dann mit einem Bootskorso weiter – die Figuren werden dabei mit mit sogenannten Plätten über den See gezogen.

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Der Toplitzsee am Fuß des Toten Gebirges ist auf jeden Fall einen Abstecher wert. Er ist traumhaft gelegen.

Die Tage vor oder nach dem Narzissenfest kann man dann noch wunderbar zum Biken nutzen. Wir starteten etwa zur Salzarunde, eine der Top 10 Mountainbiketouren im Ausseerland. Auf dem Radweg, der am Nordufer des Sees entlang führt, pedalierten wir entspannt am Schloss Grundlsee vorbei und bogen an dessen Ende auf ein asphaltiertes Bergsträßchen ab. Über Kainisch erreichten wir den Ödensee mit seinem herrlichen Moornaturschutzgebiet.

Nach der Umrundung dieses kleinen Naturjuwels ging es steil hinauf zur Wahlfahrtskirche Maria Kumitz, die auf dem gleichnamigen Hügel thront. Von hier hat man einen traumhaften Blick auf das Massiv des Grimmings und das Tal von Bad Mitterndorf – unserem nächsten Ziel.

Von hier radelten wir in angenehmer Steigung entlang des glasklaren Salzabachs hinauf zu einem Sattel bei der Salzaalm. Der Salzabach mündet zwar auch in die Enns, ist aber ein anderer Fluss als der bei Kajakfahrern berühmte Mariazeller Salza, die durch das tief eingeschnittene Tal von Wildalpen beim Hochschwabmassiv fließt.

Vom Sattel der Salzaalm rauschten wir über eine Forststraße hinunter Richtung Grundelsee. Kurz zuvor bogen wir aber nach rechts auf einen schattigen Wanderweg ab und radelten zum traumhaft gelegenen Toplitzsee. Entlang der imposanten Felswand des Beerenkogels rollten wir auf Schotter zum Ausgangspunkt zurück. Just in diesem Moment sprang ein Basejumper von dieser und entpuppte sich als unser ungarischer Campingplatznachbar.

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Auf dem Wanderweg des Altaussee hat man unter anderem auch einen herrlichen Blick auf den Dachstein. (Fotos: Till)

Der Altaussee und der Loser waren unsere Ziele am nächsten Tag. Dazu fuhren wir diesmal am Weg oberhalb des Sees und dann auf einem flowigen Wald- und Wiesentrail nach Altaussee. Hoch über dem Südufer des romantischen Altausseer Sees erreichten wir über eine Forststraße die Stummenalm am Talschluss. Von hier ging es steil und unangenehm schottrig hinunter zur Seewiese. Entlohnt wurden wir dann mit dem tollen, aber teilweise nur handtuchbreiten Wanderweg der direkt am Nordufer des Sees entlang führt und traumhafte Blicke auf den Dachsteingletscher bietet. Wegen der vielen Wanderer sollte man diesen Weg aber nur unter der Woche und keinesfalls am Wochenende befahren!

Am Ende des Wegs im Ort Altaussee empfing uns die Skulptur des Bergsteigers Paul Preuß. Diese fertigte der Siegsdorfer Künstler Anger d. J an. Über die Loser Panoramastraße traten wir hinauf zur 1600 Meter hoch gelegenen Loseralm. Bei Kaspressknödel und Bauernkrapfen genossen wir ein tolles Panorama, das vom Toten Gebirge bis zum Dachstein reicht. Anschließend rauschten wir über die Mautstraße hinunter bis nach Bad Aussee, um über den uns vom Narzissenfest bekannten Waldweg entlang der Grundlseeache zurück zu unserem Standplatz zu kommen.

Am Abreisetag radelten wir noch zur Weißenbachalm. Selbst gute Mountainbiker, die den Trail am Südufer des Grundlsees benutzen, sollten hier ein kurzes Stück wegen Stufen und ausgesetzter Stellen schieben, um nicht ein unfreiwilliges Bad zu nehmen. Danach brachte uns eine unspektakuläre Forststraße hinauf zur Weißenbachalm dem Ausgangspunkt für Wanderungen zum Kampl, dem Rötelstein oder die Teitschenalm im Toten Gebirge. Da die Anreise ins Ausseerland von uns aus nur rund zwei Stunden beträgt und noch viele Rad- und Bergtouren warten, werden wir sicher bald wieder kommen. Rudolf Till