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Das Warten auf die erste Skitour verkürzt

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An der Branderalm gab's einen herrlichen Blick auf die Hörndlwand. (Foto: Zeis)

Vor ein paar Tagen hatte es das letzte Mal in den Bergen geschneit. Jetzt schmilzt der Schnee bei den augenblicklichen Plusgraden in den Höhen aber langsam wieder, der Winter ist wieder in weite Ferne gerückt. Braun wie im späten Herbst zeigt sich die Landschaft, nur das Weiß der höheren Gipfel bietet einen wohltuenden Kontrast dazu. Wir würden zwar um diese Zeit lieber schon eine Skitour machen, doch es gibt auch Alternativen.


Zunächst einmal gibt es bei einer Wanderung im Dezember ein paar Fragen zu beantworten: Sind heikle Querungen bereits vereist? Ist die Hütte noch offen? Ab welcher Höhe sind die Wege schneebedeckt? Generell sind für die Tourenwahl südexponierte Anstiege und Kammwanderungen zu empfehlen. Wir suchten uns ebenfalls eine einfache Tour auf guten Wegen aus.

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An einem sonnigen Tag standen wir am Parkplatz Seehaus und schnürten unsere Bergschuhe. Die rechts abgehende Forststraße, über der anfangs der Weg verläuft, ist zunächst schneefrei. Doch kurz vor der Kühbach-Diensthütte gibt es den ersten kurzen Schneekontakt. Die letzten 150 Höhenmeter zum breiten Wanderweg, der vom Unternberg zur Branderalm hinüberzieht, bewältigen wir über einen gut angelegten Steig.

Wir sind bei diesem Traumwetter allein unterwegs, ein Umstand, der im September oder Oktober auf dieser Tour höchst ungewöhnlich ist. Auf dem Weiterweg Richtung Eisenberg zum kleinen Gipfel »Am Brandl« brachten uns die Sonnenstrahlen über den steilen Südosthang ins Schwitzen. Am felsigen Gipfelaufbau mit Kreuz und Buch freuten wir uns über eine schöne Aussicht auf Hochfelln und die Wössner Berge. Auf gleichem Weg stiegen wir hinab zum Höhenweg und folgten nun der Bezeichnung Branderalm. Bei einem Steinkreuz in den Mösern besuchten wir noch das nahe gelegene Mittagwandl, ein steiler Felszacken im Kammverlauf. Von dort schauten wir hinüber auf die Haßlbergerschneid zur Poschingerwand bis hin zum Hochfelln.

Auf dem neu sanierten Steig wanderten wir in kurzem Auf und Ab, zur idyllisch gelegenen Simandlalm, wo der Blick frei wurde zum gegenüberliegenden Dürrnbachhorn. In diesem Wegabschnitt war an manchen abschüssigen Stellen Vorsicht geboten.

In wenigen Minuten erreichten wir die 1120 Meter hoch gelegene Branderalm, wo mit einem herrlichen Blick auf den wohl schönsten Chiemgaugipfel, der Hörndlwand, dieser kurzweilige Höhenweg ausklang. Entlang des Rammelbachs, der im oberen Teil über eine kurze, vereiste Steilstufe überquert werden musste (daher sind um diese Jahreszeit Grödel mitzuführen), wanderten wir zurück zum Ausgangspunkt. Vielleicht war das die letzte Wanderung des Jahres – jetzt warten wir weiter auf die erste Skitour. Manfred Zeis