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»Chile war ein großes Erlebnis«

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Traumhaftes Wetter während der gesamten internationalen Militär-Skimeisterschaften hatten die »Struber Jager« bei ihrem Aufenthalt in Portillo in Chile. Hier ist die Gruppe vor dem Laguna del Inka zu sehen: Florian Rohde (von links), Hansi Strehhuber, Ferdi Würz, Robin Frost, Josua Strübel, Lisa Scheufele, Felian Schubert, Andi Tiefenthaler und Helmuth Wegscheider.

Auf Einladung der chilenischen Armee durften neun Soldaten des Gebirgsjägerbataillons 232 aus der Strub an den internationalen Militärmeisterschaften in Portillo/Chile teilnehmen. Der Skizug aus Bischofswiesen stellte sich der Konkurrenz aus Italien, Brasilien, Argentinien und Chile und konnte bei den insgesamt sechs Wettkämpfen mehr als beachtliche Erfolge erzielen.


Doch nicht nur das sportliche Messen mit anderen Nationen stand im Vordergrund, sondern vielmehr der Austausch militärischer Gepflogenheiten und die Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen untereinander. Gerade Letzteres rückte sehr in den Mittelpunkt und wurde in den zehn Tagen in Südamerika von den bayerischen Soldaten auch überwiegend gepflegt. »Wir haben echte Freunde gefunden in Portillo. Das Verständnis untereinander und die gemeinsamen Unternehmungen haben nicht nur Spaß gemacht, sondern auch erkennen lassen, dass die Soldaten der chilenischen Gebirgsjäger ähnlich denken wie wir«, betone Delegationsleiter Oberstleutnant Helmuth Wegscheider.

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Quartier und Wettkampf auf 2800 Meter

Untergebracht waren die neun Soldaten der Gebirgsjägerbrigade 23 in der Escuela de Montaña del Ejército de Chile (Schule der Gebirgsjäger) auf einer Meereshöhe von 2800 Meter. Für eine gewisse Eingewöhnung braucht man natürlich einige Tage, um ein Rennen angemessen zu bestreiten und deshalb startete die Delegation bereits vier Tage vor dem ersten Wettkampf von München über Madrid nach Santiago de Chile. Von dort ging es weiter zwei Stunden mit dem Bus nach Portillo, dem Ort der Wettkämpfe und dem Camp der dortigen Gebirgsjäger.

Die Eröffnungsfeier dieser internationalen Meisterschaften war sehr feierlich und wurde geleitet vom Chef des Instituts der Abteilung Bildung, Oberst Marcelo Núñez Morales, und dem Direktor der Schule, Oberstleutnant Humberto Julio Schweitzer. Der Chef des Organisationskomitees wies in der Anwesenheit von lokalen Behörden und geladenen Gästen darauf hin, dass »diese Woche eine persönliche, berufliche und sportliche Herausforderung mit großen Anstrengungen werden wird und sich die Gebirgsjägerschule auf einen fairen und gesunden Wettbewerb freut«. So war es dann auch.

Portillo ist eigentlich eher bekannt durch den Alpinen Skilauf, denn jedes Jahr trainieren dort in den Monaten August und September die Mannschaften aus aller Welt, weil dort zu diesem Zeitpunkt Winter herrscht und man beste Bedingungen vorfindet. 1966 wurden dort sogar die Weltmeisterschaften im Alpinen Skisport ausgetragen und Burgl Färbinger aus Berchtesgaden/Oberau konnte damals mit einer Bronzemedaille im Abfahrtslauf die Heimreise antreten.

Ähnlich gut erging es auch den Soldaten aus der Strub. Lisa Scheufele aus Traunstein gewann den Langlauf über 10 km und den Massenstartbewerb im Biathlon und holte sich den zweiten Platz im Sprint und in der Verfolgung. Bei der Patrouille der Herren über 25 km waren nur die Soldaten aus Italien einen Tick besser und verwiesen die vier Struber Florian Rohde, Robin Frost, Felian Schubert und Josua Stübel auf den zweiten Platz. In den übrigen Bewerben zeigten sich die Italiener, die mit ihrer B-Mannschaft der Biathleten am Start waren, als enorm stark. Dennoch verbuchten Strübel und Schubert im Langlauf-Massenstartrennen über 15 km einen Doppelsieg für sich.

Trainer Oberfeldwebel Hans Strehhuber aus Neukirchen zeigte sich mit den Ergebnissen überaus zufrieden. »Wir haben gut mithalten können, und wenn das Schießen noch ein bisschen besser funktioniert hätte, wäre sogar noch der eine oder andere Stockerlplatz mehr drin gewesen. Unsere Soldaten vom Skizug haben gezeigt, dass sie mit den anderen Nationen gut mithalten können, auch wenn die Italiener mit einer reinen Biathlonmannschaft am Start waren.«

Mit nach Chile gereist als Verbindungsfeldwebel der Gebirgsjägerbrigade 23 war auch Stabsfeldwebel Andreas Tiefenthaler aus Ruhpolding, der sich vor Ort ein Bild machte vom Ausbildungsstand der Soldaten und Wettkampforganisation. Er kann nun einige Erkenntnisse an die Führung der Brigade weitergeben. »Der Ausbildungsstand der chilenischen Gebirgsjäger ist hoch und auch die Meisterschaften, die doch immer einen gewissen Aufwand bedeuten, wurden sehr sorgfältig geplant und durchgeführt.«

Ein bleibendes Erlebnis war auch die Abschlussfeier mit einem Mittagessen aller hochrangigen Offiziere, den Verantwortlichen für die Meisterschaften und allen Sportlern. Der Oberbefehlshaber der Armee Humberto Oviedo Arriagada ließ es sich nicht nehmen, der Veranstaltung beizuwohnen und sprach einige Worte des Dankes. Vorgetragen wurden einheimische chilenische Tänze und Brauchtumsrituale, die bei den ausländischen Teams sehr gut ankamen.

Zum Abschluss gab's noch einen Schuhplattler

Alle Nationen sollten etwas aus ihrer Heimat zum Besten geben und dabei ließen sich die Deutschen etwas Besonderes einfallen. Oberfeldwebel Strehhuber und Oberstleutnant Wegscheider plattelten die Amboß Polka, was natürlich bei allen große Begeisterung hervorrief, die sogar soweit führte, dass Chilenen und Argentinier das Schuhplatteln anschließend gleich selbst erlernen wollten.

Alles in allem war es ein großes Erlebnis für die deutschen Gebirgsjäger in Chile, die nicht nur viele Freunde gefunden haben, sondern auch durch ihre natürliche Art die Herzen der Chilenen gewonnen haben. Bei einem gemeinsamen Skinachmittag im Skigebiet von Portillo konnte dies zudem bei dem traumhaften Wetter besonders genossen werden.

Hauptgefreiter Josua Strübel brachte es auf den Punkt: »Es ist das erste Mal, dass ich in Chile gewesen bin, aber es war wunderbar. So wie wir aufgenommen wurden, war einfach sensationell und es war von Anfang an immer etwas Gemeinsames. Das fing beim Frühstücken an und hörte auch nach dem Abendessen nicht auf.« hw