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Bergidylle und Blumenpracht auf Madeira

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Bei einer Bergtour zum Pico Ruivo auf 1861 m, dem höchsten Punkt der Insel, hat man immer wieder herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge und den Atlantik. (Fotos: Brenninger)

Malerische Fischerdörfer, beeindruckende Steilküsten, atemberaubende Rundumblicke auf den Gipfeln und ein ganz berühmter Sohn: Madeira – die Insel des ewigen Frühlings – hat für jeden Geschmack etwas zu bieten! Die Herzen der Fußballfans etwa schlagen schon beim Landeanflug höher, denn sie landen direkt am Aeroporto de Cristiano Ronaldo. Da vergisst man ganz schnell, dass der Flughafen auf der portugiesischen Blumeninsel wegen seiner Lage direkt an einem Steilküstenhang zu den schwierig anzufliegenden zählt…


Für Wanderer ist Madeira ein wahres Paradies. Unzählige wunderschöne Touren warten darauf, entdeckt zu werden. Einmal muss man auf seiner Reise etwa unbedingt entlang an einem der Kanäle, den sogenannten Levadas, marschieren. Madeira – rund 700 Kilometer vor der marokkanischen Küste gelegen – ist bekannt für seine schmalen, kunstvoll angelegten Kanäle – und die haben eine wichtige Aufgabe zu erfüllen. Durch das raffinierte Bewässerungssystem wird das Wasser von den niederschlagsreichen Regionen im Norden in den trockenen Süden geleitet und so bewässern die Bauern noch heute ihre Felder in der regenarmen Zeit. Der erste dieser Kanäle wurde übrigens bereits im 15. Jahrhundert angelegt!

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Levada-Touren sind unterschiedlich schwierig

Die Wanderungen entlang der Levadas sind unterschiedlich schwierig. Mal sind die Wege sehr gut ausgebaut, mal muss man auch kurz etwas klettern oder über einen schmalen Pfad balancieren. Gut, dass es dabei nie steil bergauf geht, denn die Levadas haben alle eher ein geringes Gefälle.

Ein Höhepunkt der Wandertage auf Madeira ist die Bergtour zum Pico Ruivo (1861 m), dem höchsten Punkt der Insel. Zunächst geht es mit dem Bus zum Pico de Arieiro (1818 m). Viele Touristen tummeln sich hier, doch die Touristenströme lässt man bald hinter sich. Es geht zunächst auf einem gut ausgebauten Weg Richtung Pico Riuvo.

Einige dunkle Tunnels, für die man unbedingt eine Stirnlampe braucht, und viele Stufen machen die Tour abwechslungsreich und auch ein wenig abenteuerlich. Die herrlichen Ausblicke auf das Meer und die traumhafte Bergwelt um einen herum lassen die Anstrengungen aber immer gleich wieder schnell vergessen. Und auch die Flora und Fauna tut sein übriges dazu – auch wenn die Blumenpracht in den Herbstmonaten natürlich nicht mehr ganz so üppig ausfällt wie im Frühjahr.

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Auf der Halbinsel São Lourenco – sie liegt im Osten der Insel und ist ein Naturschutzgebiet – sind auch viele Eidechsen zuhause. Sie genießen dort die Sonne und lassen sich auch von den zahlreichen Wanderern nicht aus der Ruhe bringen, die dort tagtäglich die kurze, aber wunderschöne Wanderung direkt am Atlantik machen.

Nach all den Tunnels geht’s dann wieder einige Treppen – mitunter recht steil – hinauf Richtung Gipfel. Ganz oben angekommen, kann man auch hier einen herrlichen Rundumblick genießen.

Nach der kurzen Rast steht dann der Abstieg bevor – und die Strapazen werden auch die nächsten Stunden nicht weniger. Denn jetzt geht’s auf der anderen Seite wieder hinunter ins Dorf Curral das Freiras. Doch davor muss man im ständigen Auf und Ab auch erst noch ein paar Höhenmeter machen, bis man dann endgültig nach unten auf einem nach wie vor sehr gut ausgebauten Weg wandert. Nach einem durchaus anstrengenden Tag kann man im Berghotel Estalagem Eira do Serrado perfekt relaxen.

Und ein Poncha darf an diesem Abend natürlich auch nicht fehlen. Es ist das Nationalgetränk der Insel und wird in verschiedenen Variationen angeboten. Das Original besteht aus Honig und Zitronensaft und – natürlich ganz wichtig – auch aus Zuckerrohrschnaps!

Und auf die andere Spezialität der Insel macht der einheimische Wanderführer Samuel natürlich auch aufmerksam. Espetada, ein Fleischgericht, aber eben nicht irgendeines. Der Fleischspieß – traditionell mit Rindfleisch zubereitet, wahlweise aber natürlich auch mit Hähnchenfleisch erhältlich – kommt an einem langen Spieß und einer speziellen Hängevorrichtung an den Tisch. Die Mahlzeit ist so üppig, dass eine Portion ganz leicht gleich für mehrere Leute reicht – selbst wenn die Wanderer gerade richtig hungrig von einer anstrengenden Bergtour am Tisch sitzen!

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Wer auf Madeira Urlaub macht, muss unbedingt einmal entlang eines Kanals wandern. Entlang der sogenannten Levadas sind Fußpfade angelegt – mal sind diese gut ausgebaut, mal weniger gut.

Eine Wanderung auf der Halbinsel São Lourenco im Osten Madeiras ist ebenfalls ein Muss! Der Weg ist zwar stark frequentiert, trotzdem ist allein der atemberaubende Ausblick auf den Atlantik und die herrliche Flora und Fauna jeden Meter wert. Und: Die Wanderung hat einen völlig anderen Charakter als die bereits gesehene Bergwelt.

Es geht einen gut ausgebauten Pfad, der übrigens nur wenige Kilometer lang ist, entlang der Küste auf und ab. Achtung: Der Wind dort kann bisweilen kräftig blasen, deshalb sollte man unbedingt an die richtige Kleidung denken. Was man an diesem Tag ebenfalls keinesfalls vergessen sollte, sind die Badesachen. Ein paar herrliche Buchten entlang der Strecke laden nämlich dazu ein, in den Atlantik zu springen und sich ein wenig zu erfrischen – und das ist sogar in den Herbstmonaten durchaus noch möglich!

Wer es lieber noch ein wenig sportlicher mag, kann den kleinen Gipfel am Ende der Halbinsel besteigen und den tollen Blick auf die Insel genießen! Dort oben ist man übrigens nie allein, denn auch eine ganze Eidechsen-Kolonie lässt sich dort oben die Sonne auf den Bauch scheinen!

Auch ein Abstecher nach Funchal, der Hauptstadt der portugiesischen Insel, ist empfehlenswert. Ach ja: Fußball-Weltstar Cristiano Ronaldo hat dort vor ein paar Jahren ein eigenes Museum eröffnet. Direkt vor dem Eingang steht eine große Statue des berühmten Sohnes der Insel.

Aber auch Kunstliebhaber haben in Funchal eine jede Menge zu schauen: In der Rua de Santa Maria, einer schmalen Gasse in Madeiras Hauptstadt, kann man ein ganz besonderes Kunstprojekt bestaunen. Hier haben sich junge Künstler zusammengetan, um den zunehmenden Verfall der alten Gassen entgegenzuwirken und ihnen neues Leben einzuhauchen. Mittlerweile sind rund 200 Haustüren und Tore mit den unterschiedlichsten Gemälden bemalt – und das ist wirklich sehenswert!

Über den Gassen schwebt eine Seilbahn

Direkt über den Gassen von Funchal schwebt eine Seilbahn. Sie geht hinauf nach Monte, von dort kann man mit einem Korbschlitten wieder hinunterfahren. Aber keine Angst: Man muss den Schlitten nicht selber steuern, das übernehmen zwei Carreiros für einen!

Von Monte aus kann man aber auch mit einer weiteren Seilbahn hinauf zum Botanischen Garten fahren – und da kommen Blumenliebhaber voll auf ihre Kosten. Auf dem vulkanischen Boden der Insel wachsen unzählige tropische und subtropische Pflanzen.

Die kann man übrigens auch immer wieder bei den Wanderungen bestaunen. Und: Natürlich muss man die Seilbahn auch nicht nehmen. Madeira ist schließlich ein Wanderparadies und deshalb kann man zum Botanischen Garten auch zu Fuß wandern. Und: Wer den Frühling von der Insel auch nach Hause mitnehmen will, der hat auch dafür genügend Möglichkeiten. Blumen werden an allen Ecken und Enden zum Verkauf angeboten. Strelitzien beispielsweise – und so hat man eine schöne Erinnerung an eine aufregende Wanderwoche auf Madeira!

Das sollten Sie wissen

Lage: Madeira gehört zu Portugal und liegt im Atlantischen Ozean vor der Nordwestküste Afrikas.

Anreise: Unter anderem von München aus gibt es Direktflüge auf die Insel. Ein Flug dauert rund vier bis fünf Stunden.

Beste Reisezeit: Nach Madeira reist man am besten zwischen April bis Oktober. Die Temperaturen betragen in diesen Monaten rund 21 bis 26 Grad Celsius. Der Niederschlag ist gering.

Wanderreisen: Viele Anbieter haben Wanderreisen auf Madeira im Programm, beispielsweise auch der DAV Summit Club. Weitere Informationen zu den verschiedenen Programmen gibt es unter www.dav-summit-club.de im Internet.

SB